Wie schnell die Zeit vergeht

21.09.2020

Sankt Augustin / „Deutschland, Deutschland, du bleibst in meinem Herzen.“

JérémieSehr schnell wie der Wind verweht.
Das Herz behält schöne Erinnerungen
auf Grund der Erfahrungen.
Nun kommt die Zeit, auf Wiedersehn zu sagen.
Nicht nur auf Wiedersehn, sondern auch Dank zu sagen.
Die Musik des Herzens schlägt Dankbarkeit.
Die Bewegung der Lippen äußert Freundlichkeit.
Die Zukunft ist manchmal ein Geheimnis.
Gott hat allerdings das Ergebnis.
Das Leben ist auch voller Überraschungen.
Diese haben bei Gott Bedeutungen.
Die Sonne geht auf, um Hoffnung zu bringen,
eine Hoffnung voller Liebe zum Singen.
Denn die Gegenwart Gottes ist spürbar.
Man ist Gott und allen dankbar.
Deutschland, Deutschland, du bleibst in meinem Herzen.
Vielleicht werden wir uns irgendwann wiedersehen.
Ametowoyona Deo Jérémie Sossou

Mit diesem Gedicht hat er sich unser Mitbruder Jérémie verabschiedet. Wir saßen vergnügt bei bayerischer Brotzeit auf der Veranda. Der Abend schmolz goldfarbig und milde dahin und lockte vertraute heimatliche Lieder aus uns hervor. Jérémies Gedicht gab dem Abend eine Würde.

Das passt zu ihm: Immer zur Stelle, wenn man gebraucht wird; nicht im Weg herumstehen; überzeugend auftreten und sogleich bescheiden zurück ins Glied. Viermal wurde sein Rückflug verschoben. Das ist enttäuschend. Aber er hat mit offenen Sinnen die Zeit genutzt. Er hat ein im kirchlichen Milieu multikulturelles Deutschland kennen gelernt, in dem seine Beiträge geschätzt waren. An der Schaffung dieses Milieus haben unsere ausländischen Mitbrüder in der Seelsorge entscheidenden Anteil.

Keiner von uns weiß genau, wie viele Stunden Jérémie still auf seinem Zimmer gesessen ist und studiert und nachgedacht hat. Er hat bei uns das ewige Noviziat gemacht, damit er daheim den Anschluss nicht verliert. Während dieser Wochen spiritueller Sammlung hat er der Verwurzelung der Konstitutionen in der Heiligen Schrift nachgespürt. So etwas strömt auf unsere kleine Gemeinschaft aus, die von so viel Ablenkung überdeckt ist.

Gemeinschaft in München

Wir wünschen unserem Mitbruder Jérémie Gottes Segen auf seinem Weg der missionarischen Berufung in der Steyler Ordensgemeinschaft. Auch unserer Köchin, Frau Knesevič, die in Rente gegangen ist, wünschen wir eine gute Zeit und Gottes Segen.

Text: Pater Gerd Birk SVD

 
 

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