Bolivien

Die Würde des Menschen ist unantastbar

03.12.2021

In Bolivien gilt die Geburt eines behinderten Kindes als Strafe. – Ein Beispielprojekt zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen.

Die FASSIV-Einrichtung kümmert sich um behinderte Kinder und Jugendliche. (Foto: SVD)
Die FASSIV-Einrichtung kümmert sich um behinderte Kinder und Jugendliche. (Foto: SVD)

Seit 1993 möchten die Vereinten Nationen mit diesem Aktionstag jedes Jahr am 3. Dezember das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen und den Einsatz für ihre Würde und Rechte fördern.

Überall auf der Welt werden Menschen mit Behinderung diskriminiert, ausgegrenzt und verstoßen. In Bolivien zum Beispiel sieht man die Geburt eines behinderten Kindes als Strafe dafür an, dass man sich irgendwann in seinem Leben falsch verhalten hat. Wenn die Kinder nicht schon kurz nach der Geburt getötet werden, hält man sie geheim und versteckt sie.
Um Betroffenen zu helfen, haben die Steyler Missionare im östlichen Tiefland Boliviens, in San Ignacio de Velasco, die Sozialhilfestiftung FASSIV gegründet.

FASSIV (FUNDACION DE AYUDA SOCIAL San Ignacio de Velasco) ist die einzige Einrichtung in der ganzen Provinz in einem Umkreis von 200 km, die sich um behinderte Kinder und Jugendliche kümmert. Um ihrer Ausgrenzung entgegenzuwirken, möchte die Stiftung zeigen, dass mit einer guten medizinischen Behandlung, Frühförderung sowie einem liebevollen und würdevollen Umgang jeder Mensch einen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann. Es soll vermittelt werden, dass „behindert“ nicht „minderwertig“ bedeutet.
Viele der betroffenen Familien stammen aus entlegenen Gemeinden. Sie bekommen in der Einrichtung Grundkenntnisse in Massage- und Bewegungstherapien, damit sie ihren Kindern täglich auch zuhause helfen können. Wenn die Kinder bei den Großeltern leben, weil die Eltern das Kind verlassen haben, muss darüber hinaus psychologische Begleitung geleistet werden.

Für die Kinder und Jugendlichen gibt es eine Tagesstätte mit verschiedenen Hilfsprogrammen. Dazu gehören eine Schule, ein Gesundheitszentrum für Physiotherapie und Werkstätten zum Malen, Sticken, Stricken oder Nähen. Wer möchte kann auch in einem inklusiven Chor und Orchester mitmachen. Die Arbeit von FASSIV ist sehr erfolgreich – deshalb gibt es mittlerweile sogar eine Zweigstelle in der Nachbarstadt San Miguel.

Inklusives Orchester der Einrichtung FASSIV. (Foto: SVD)
Inklusives Orchester der Einrichtung FASSIV. (Foto: SVD)
Melanie Reichert (Auszubildende) und Melanie Pies-Kalkum
 
Melanie Pies-Kalkum

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