Chile

Steyler Missionar P. Ernst-Heidemann SVD verstorben

23.01.2019

Chile-Missionar Pater Ernst Heidemann SVD ist am Samstag, den 19. Januar 2019 in Los Ángeles in Chile gestorben.

P.-Ernst-Heidemann-SVD. (Foto: SVD)zoom
P.-Ernst-Heidemann-SVD. (Foto: SVD)

Familie und Kindheit
P. Ernst Heidemann wurde am 26.01.1930 in Xanten am Nieder-rhein geboren. Seine Eltern waren Heinrich Heidemann mit Ehefrau Gertrud geb. Esser. Er hatte noch zwei Geschwister, Heinrich und Katharina. Von 1936-44 besuchte er die Volksschule in seiner Heimatstadt. 1945 erlebte er dort die ganze Härte des Zweiten Weltkrieges. Im Februar wurde Xanten zu großen Teilen zerstört. In jenem Jahr starb auch sein Bruder mit gerade mal 20 Jahren.


Ausbildung zum Missionar
Im Jahr 1947 entschloss Ernst sich, seine Schulzeit fortzuführen in den Steyler Missionshäusern St. Josef/Geilenkirchen und St. Xaver/Bad Driburg, wo er 1953 das Abitur machte. Im gleichen Jahr begann er in Sankt Augustin bei Bonn mit dem Noviziat. Es folgte das Studium der Philosophie und Theologie. Am 1. Mai 1959 band er sich durch die Ewigen Gelübde für immer an die Steyler Ordensgemeinschaft und wurde im gleichen Jahr zusammen mit 25 anderen jungen Männern aus der Schweiz, Spanien, Chile, Belgien und Deutschland zum Priester geweiht. Nach einem pastoralen Jahr in München reiste er Anfang 1961 über Genua mit dem Schiff nach Chile.


Missionar in Südamerika
Nach seiner Ankunft lernte er sofort Spanisch und wurde bald am ordenseigenen Colegio del Verbo Divino in Santiago als Deutsch- und Religionslehrer sowie als Erzieher im dortigen Internat eingesetzt. 1967 machte er einen Abschluss in Pädagogik an der Kath. Universität von Santiago und setzte dann seine Arbeit als Lehrer und Verwalter am Col. del Verbo Divino fort.

Von 1970-75 nahm sich P. Heidemann eine Auszeit, die er in Brasiliens Hauptstadt Sao Paulo verbrachte. Er wollte in den turbulenten Zeiten nach dem Konzil Abstand nehmen von Alther-gebrachtem und sich zugleich den Herausforderungen des Arbeits- und Berufslebens stellen. Diese Jahre schärften seinen Blick für das Wesentliche und Wichtige im Leben. „Während einer Fernsehsendung über verlassene und verwahrloste Kinder fühlte ich mich beschämt und entschied mich zur Rückkehr“, schrieb er über das Ende dieser Auszeit.

Er kehrte nach Santiago zurück und arbeitete als Provinzökonom der Steyler Chile-Provinz und zugleich in der Seelsorge in einer Pfarrei am Rande der Hauptstadt. Auch war er als Beichtvater in einem Frauengefängnis tätig. Die Seelsorge dort lag in den Händen der Schwestern vom Guten Hirten. „Das Beten und Singen dieser gedemütigten und leidgeprüften Frauen ‚ohne Maske vor Gott‘ erinnerte mich an das Bibelwort „Die Letzten werden die Ersten sein“ (Mt 20,16). Auch die wöchentlichen Treffen mit einer charismatischen Gruppe wurden ihm zum Erlebnis: „Wer ehrlich bemüht ist, Jesu Gebot zu leben, Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst zu lieben, begreift: ‚Das Reich Gottes ist mitten unter euch!‘“ Woanders schrieb er: „Was ich ‚heute‘ und ‚immer‘ für einen Steyler Missionar für besonders wichtig halte, ist, dass wir die Hl. Schrift, v.a. das Neue Testament als ein Buch des Lebens ‚betrachten‘, dessen Mitte die Person Jesu Christi ist, für den wir täglich viel Zeit haben müssen.“

Von 1987 – 1993 leitete P. Heidemann die Schule „El Pinar“ in einem Armenviertel der Hauptstadt. Die Schule zählt 2.000 SchülerInnen und wird vom Staat unterstützt. 1993/1994 leitete er vorübergehend das Straßenkinderprojekt in Puerto Varas. Danach kam er als Schulleiter der Grundschule San José nach Los Ángeles. „Vielleicht ist es der letzte Ort auf meiner irdischen Pilgerschaft“, schrieb er in einem Brief. „Die Arbeit zugunsten armer Familien und ihrer Kinder erfüllt mich mit Genugtuung und bestätigt mir, dass das Erlebnis und die Jahre in Sao Paulo eine Einladung und eine Gnade Gottes waren.“ Er baute dort, auch mit Hilfe seiner Freunde in der Heimat, eine Kirche, renovierte den Kindergarten, war ganz für die Kinder und deren Familien da. In einem seiner letzten Briefe versicherte er: „Im Gebet seid Ihr mir gegenwärtig!“ Das gilt sicher auch über seinen Tod hinaus! Dankbar nehmen wir Abschied von ihm und danken allen, die ihn in seinem Missionarsleben in Chile begleitet und unterstützt haben.


P. Graziano Beltrami SVD
Provinzial der Steyler Chile-Provinz
provincial@verbodivino.cl

P. Manfred Krause SVD
Superior delegatus
Arnold-Janssen-Str. 30
53757 Sankt Augustin
02241/2576-333

 

Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
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