Kongo (Demokratische Republik)

„Es kann sehr schnell wieder gefährlich werden.“

22.05.2017

Seit Jahrzehnten kommt es im Kongo immer wieder zu Kämpfen zwischen Regierungen, Rebellentruppen und Stammeskriegern. Seit Anfang April gibt es eine neue Regierung. Im manchen Teilen des Landes scheint die Lage ruhig, in anderen überhaupt nicht, berichtet P. Aloys Szczeponek.

P. Aloys Szczeponek (Foto: SVD)
P. Aloys Szczeponek (Foto: SVD)

„In Kinshasa sind Unruhen alltäglich. Deshalb kommt die Arbeit der Steyler Patres und Brüder dort oft zum Stillstand, denn sie wollen sich natürlich keiner Gefahr aussetzen“, beschreibt P. Aloys die Situation in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Er selbst ist in der Kommunität der Steyler Missionare im weiter östlich gelegenen Bandundu tätig. „Dort ist die Situation im Moment ruhig“, erzählt er. Aber auch er habe in den vergangenen Jahren mehrfach Augenblicke erlebt, in denen er von Soldaten bedroht worden sei. „Besonders als ich im Zentralkongo war“, erinnert er sich.

Am 31. Dezember 2016 hatte die katholische Kirche im Kongo einen Durchbruch erreicht. Und zwar mit einer Vereinbarung zwischen den Unterstützern von Präsident Joseph Kabila und Vertretern der Opposition. Das Abkommen hatte festgelegt, dass Ende 2017 Präsidentschaftswahlen abzuhalten seien. Bis dahin solle Kabila im Amt bleiben. Allerdings dürfe er nicht mehr für eine dritte Legislaturperiode kandidieren. „Die kongolesische Bischofskonferenz hat in diesem Moment alles getan, um Frieden zu schaffen“, so P. Aloys.
Zusammen mit einigen Mitbrüdern produziert der Steyler Missionar in Bandundu religiöse Sendungen für ein privates Radio. „Zwischendurch hat uns die Regierung verboten, die Sendungen zu produzieren“, erzählt P. Aloys.


Seit Anfang April amtiere nun Bruno Tshibala als Ministerpräsident im Kongo. Laut P. Aloys eine Tatsache, welche die katholische Kirche im Land nicht zufrieden stellte. Denn die Vergangenheit Tshibalas sei nicht transparent gewesen. Die Krise im zweitgrößten Flächenstaat Afrikas hält an. „Die politische Lage im Kongo bleibt äußerst schwierig“, meint der Steyler Missionar. „Jederzeit kann es schnell wieder gefährlich werden. Aber ich habe die Hoffnung, dass sich die Situation bald verbessern wird. So wie es im Moment ist, werden die nächsten Monate, vielleicht Jahre nicht so leicht werden.“

Melanie Pies
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Melanie Pies

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