Kongo (Republik)

Behutsame Begleitung auf dem letzten Weg

10.04.2017

Schwester Eliane Julienne Boukaka engagiert sich im Kongo für Kranke und Sterbende. Die Steyler Missionare unterstützen sie und ihre Gemeinschaft seit vielen Jahren. „Die Hand Gottes hat uns zusammengeführt“, sagt die 51-Jährige im Interview.

Schwester Eliane, 1999 haben Sie die Kongregation der Maria-Hilf-Schwestern ins Leben gerufen…

Ich habe sie zwar ins Leben gerufen, aber es war Gott, der es mir aufgetragen hat. Eine Kongregation, die sich ganz in den Dienst der Kranken und Sterbenden stellt. Innerlich habe ich gekämpft. Ich fühlte mich schwach, ich dachte, ich kann das nicht. Aber ich kam zu dem Schluss: Wenn es wirklich Gottes Wille ist, sage ich ja.

Schwester Eliane Julienne Boukaka (Foto: SVD)zoom
Schwester Eliane Julienne Boukaka (Foto: SVD)

In Afrika arbeiten schon viele Ordensgemeinschaften. War es da wirklich nötig, eine neue zu gründen?

Das Charisma unserer Gemeinschaft hat tatsächlich etwas Einzigartiges. Einfach da zu sein für Sterbende, die ernste Stadien von Aids und Krebs erreicht haben, die an Lähmungen und schwerer Malaria leiden, ihnen in ihren letzten Stunden die Hand zu reichen und ihnen zu vermitteln, dass Gott für sie da ist – dieser Aufgabe widmet sich keine Ordensgemeinschaft so explizit.

Keine leichte Aufgabe…

Es ist eine sehr erhabene Aufgabe. Sehr schwierig, sehr heikel – aber eben auch sehr erhaben. Sie lehrt uns, das Leben wertzuschätzen und einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Viele der Sterbenden, die wir begleiten, möchten gerne ihr Leben in Ordnung bringen. Was sie uns erzählen hilft letztlich uns dabei, bessere Menschen zu sein. Es ist wirklich ein Geben und Nehmen. Und es ist schön, dass wir diese Arbeit gemeinsam mit vielen Laien ausüben.

Die Kongregation hat mit sieben Schwestern begonnen. Inzwischen sind es 11. (Foto: SVD)zoom
Die Kongregation hat mit sieben Schwestern begonnen. Inzwischen sind es 11. (Foto: SVD)
Die Maria-Hilf-Schwestern engagieren sich für Menschen, die ernste Stadien von Aids und Krebs erreicht haben, die an Lähmungen und schwerer Malaria leiden. (Foto: SVD)zoom
Die Maria-Hilf-Schwestern engagieren sich für Menschen, die ernste Stadien von Aids und Krebs erreicht haben, die an Lähmungen und schwerer Malaria leiden. (Foto: SVD)

Wie hat sich ihre Gemeinschaft entwickelt?

Inzwischen sind wir 11 Schwestern. Es gibt noch manche, die interessiert sind. Aber die Ausbildung ist hart. Wer für Leidende und Sterbende da sein möchte, muss stark und gefestigt sein. Wir nehmen uns deshalb viel Zeit, um neue Schwestern auf diese Aufgabe vorzubereiten.

Woher nehmen Sie persönlich Ihre Stärke?

Ohne Gott ginge das nicht! Unsere ganze Stärke kommt von ihm. Wir erfahren sie im Gebet, in der Eucharistie, aber auch durch unsere Ausbildung. Wir sind nur seine Werkzeuge.

In Deutschland haben Sie in den vergangenen Wochen Hilfswerke und Wohltäter besucht. Wozu?

Obwohl es uns nun schon seit 1999 gibt, sind wir immer noch eine junge Gemeinschaft. Vieles ist noch im Aufbau. Wir brauchen Medikamente, um Leid zu lindern. Wir brauchen Räumlichkeiten für unsere Schwestern, denn inzwischen gibt es schon drei Kommunitäten – eine zum Beispiel in Ollombo, in der jungen Diözese Gamboma, wo wir provisorisch gemeinsam mit einigen Familien zur Miete wohnen. Und wir brauchen Mittel, um die Ausbildung und die Exerzitien unserer Schwestern zu finanzieren.

Wo möchten Sie gerne in zehn Jahren sein?

Immer noch bei den Kranken und Sterbenden. Immer noch dort, wo Gott möchte, dass ich bin. Ich weiß, die Zahl der Ordensleute in Afrika geht zurück, es gibt wenige Neuberufungen. Aber das sollte uns nicht pessimistisch stimmen! Es mag weniger Ordensleute geben, aber die Qualität der Arbeit ist hoch. Es ist der Wille Gottes, dass unsere Mission weitergeht. Davon bin ich überzeugt.

„Es ist der Wille Gottes, dass unsere Mission weitergeht“, sagt Schwester Eliane. „Davon bin ich überzeugt.“ (Foto: SVD)zoom
„Es ist der Wille Gottes, dass unsere Mission weitergeht“, sagt Schwester Eliane. „Davon bin ich überzeugt.“ (Foto: SVD)

Wie ist Ihr Verhältnis zu den Steyler Missionaren?

Die Hand Gottes hat uns zusammengeführt. Wir haben den Steylern, vor allem Pater Gerhard Lesch SVD, so viel zu verdanken! Er hat mir zugehört und mir gesagt: Unser Gründer Arnold Janssen hat genauso bescheiden angefangen wie ihr! Er hat uns begleitet als er noch in Kinshasa war und dann aus dem fernen Deutschland. Ich bin den Steylern also zu tiefem Dank verpflichtet – und hoffe, dass ihr Ordensnachwuchs auch künftig den Kongo als Wirkungsland erwägt.

Interview: Markus Frädrich

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N.N.

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