Deutschland
21. Jul 2026
Begegnungen, Dank und Einblicke in die weltweite Missionsarbeit.

Am 18. und 19. Juli 2026 war die Steyler Mission zu Gast in St. Peter in Tirschenreuth. Gemeinsam besuchten Pater Edwin Arockiam SVD und Fundraiserin Alexandra Winand die Gemeinde, um über die weltweite Arbeit der Steyler Missionare zu berichten und allen Unterstützerinnen und Unterstützern persönlich für ihre langjährige Verbundenheit zu danken.
Den Auftakt bildete am Samstagnachmittag das traditionelle Grillfest für die zahlreichen Ehrenamtlichen der Kirche St. Peter. Bei herrlichem Sommerwetter begrüßte Pater Yoseph Bugalit SVD die Gäste herzlich und dankte ihnen für ihre langjährige Treue, ihr großes Engagement und ihre enge Verbundenheit mit den Steyler Missionaren. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wären viele Aktivitäten des Gemeindelebens nicht möglich.
Am frühen Abend informierten Pater Edwin und Alexandra Winand darüber, wie die Unterstützung der Gemeinde von St. Peter in den vergangenen Jahren weltweit Früchte getragen hat. Besonders erfreulich war der Rückblick auf die Projekte des Jahres 2025.
Für die Ausstattung des Krankenhauses der Steyler Missionare in Bimbidi (Demokratische Republik Kongo) kamen bislang 52.745 Euro zusammen. Dank dieser großzügigen Unterstützung kann ab August 2026 die dringend benötigte medizinische Erstausstattung für den Operations- und Kreißsaal beschafft werden. Damit erhalten künftig zahlreiche Menschen Zugang zu einer deutlich besseren medizinischen Versorgung.
Auch das Projekt „Solaranlage für das Novizenhaus in Vietnam“ wurde von der Gemeinde mit großer Solidarität getragen. Hierfür wurden 26.943 Euro gespendet. Nach einer wetterbedingten Verzögerung infolge zweier schwerer Taifune konnten die notwendigen Dachsanierungen abgeschlossen werden. Anfang Juli 2026 begann schließlich die Installation der Solaranlage, die künftig eine nachhaltige und zuverlässige Energieversorgung des Noviziats sicherstellen wird.
Ebenso wurde auf die erfolgreichen Projekte des Jahres 2024 zurückgeblickt. Mit 47.353,73 Euro unterstützte die Gemeinde den Bau von fünf Klassenzimmern in der Pfarrei Vinh Tuy in Vietnam. Dadurch erhalten viele Kinder und Jugendliche bessere Voraussetzungen für eine gute schulische Bildung.

Ein weiteres Projekt ist die Wasserversorgung des Priesterseminars in Ledalero auf der indonesischen Insel Flores. Nach einer Bohrung in 114 Metern Tiefe wurde auf dem Gelände des Seminars eine ergiebige Wasserquelle erschlossen. Sie wird die Ordensgemeinschaft künftig dauerhaft mit sauberem Trinkwasser versorgen und stellt einen wichtigen Meilenstein für die langfristige Entwicklung des Priesterseminars dar.
Ein besonderer Programmpunkt war die Vorstellung von Pater Edwin, der zum 1. Juni 2026 die Aufgabe der Missionarischen Bewusstseinsbildung von Pater Jerzy Skrabania SVD übernommen hat. Er gab den Anwesenden persönliche Einblicke in sein vielfältiges Aufgabengebiet. Neben der missionarischen Bildungsarbeit verantwortet er unter anderem das Programm „Mitleben auf Zeit (MaZ)“, das jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet, für mehrere Monate oder ein Jahr in einer Steyler Gemeinschaft weltweit mitzuleben, mitzuarbeiten und den eigenen Glauben in einem interkulturellen Umfeld zu vertiefen.
Am Sonntagmorgen feierte Pater Edwin gemeinsam mit seinen Mitbrüdern Pater Yoseph Bugalit SVD und Bruder Stefan Würth SVD den Sonntagsgottesdienst in der Kirche St. Peter. Als Hauptzelebrant stand er der Eucharistiefeier vor. Die gemeinsame Feier spiegelte auf besondere Weise die internationale Vielfalt der Steyler Familie wider: Ordensmitglieder aus Indien, Indonesien und Europa.
In seiner Predigt griff er die Lesungen des Tages auf und machte deutlich, dass ein religiöses Leben nicht bedeutet, die Welt in einfache Kategorien einzuteilen. Zu oft werde angenommen, die Menschheit bestehe aus Gläubigen und Ungläubigen oder aus Guten und Schlechten. Doch die Wirklichkeit, die Jesus uns vorgelebt habe, sei weitaus vielschichtiger und fordere dazu auf, jedem Menschen mit Offenheit, Respekt und Liebe zu begegnen.
Mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen sagte Pater Edwin:
„Heute werden ganz schnell ‚rote Linien‘ gezogen zu denen, die anderer Meinung sind oder andere Bedürfnisse haben, als es die eigenen sind. Als Ergebnis erleben wir immer schneller einen unversöhnlichen Streit und den Abbruch der letzten Brücken zueinander.“

Er ermutigte die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, sich von dieser Entwicklung nicht entmutigen zu lassen, sondern selbst Brückenbauer des Friedens und der Hoffnung zu sein. Seine Predigt schloss er mit den eindringlichen Worten:
„An den Durchbruch des Guten zu glauben und selbst Gutes zu tun, das ist unser Auftrag.“
Diese Botschaft fand bei den Gläubigen großen Anklang und knüpfte zugleich an das an, wofür die Steyler Mission weltweit steht: Brücken zwischen Menschen zu bauen, Hoffnung zu schenken und den Glauben durch konkretes Handeln erfahrbar werden zu lassen.
Der Sonntagnachmittag stand anschließend ganz im Zeichen der Begegnung. Ab 14 Uhr lud die Ministrantengruppe St. Peter zum traditionellen Gemeindekaffeenachmittag ein. Dank der zahlreichen Kuchenspenden erwartete die Besucherinnen und Besucher ein reichhaltiges Kuchenbuffet. Der Erlös kam den Erdbebenopfern auf den Philippinen zugute und leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Nothilfe der Steyler Mission.
Im Anschluss berichteten Alexandra Winand und Pater Edwin den Anwesenden über die Projekterfolge der vergangenen beiden Jahre. Anhand zahlreicher Bilder und aktueller Berichte wurde eindrucksvoll sichtbar, wie die Unterstützung der Besucherinnen und Besucher aus St. Peter ganz konkret das Leben vieler Menschen verbessert.
Das gesamte Wochenende war geprägt von einer herzlichen Atmosphäre, lebendigen Begegnungen und vielen guten Gesprächen. Es zeigte einmal mehr, wie eng die Verbundenheit zwischen St. Peter in Tirschenreuth und den Steyler Missionaren über viele Jahre gewachsen ist.
Mit einem Hauch von Wehmut verabschiedeten sich die Gäste am Ende des Besuchs. Gleichzeitig überwog die Vorfreude auf das Wiedersehen im kommenden Jahr. Denn eines wurde an diesem Wochenende besonders deutlich: Die Verbindung zwischen St. Peter und der Steyler Mission lebt von gegenseitigem Vertrauen, gemeinsamen Werten und dem gemeinsamen Wunsch, auch künftig Hoffnung in die Welt zu tragen.
Text: Alexandra Winand

