Mission endet nicht mit dem Alter

Kongo

14. Jul 2026

Keine Straßen, kein fließendes Wasser – dennoch wächst eine lebendige Gemeinde. P. Hugo Tewes SVD berichtet, warum er den Menschen im Kongo treu geblieben ist.

P. Hugo Tewes SVD (r.) mit einem Gemeindemitglied in der neuen Pfarrkirche am Stadtrand von Kinshasa. (Foto: SVD)
P. Hugo Tewes SVD (r.) mit einem Gemeindemitglied in der neuen Pfarrkirche am Stadtrand von Kinshasa. (Foto: SVD)

„Manchmal werde ich gefragt, warum ich nach so vielen Jahren nicht einfach in Deutschland bleibe“, sagt Pater Hugo Tewes SVD. „Aber die Menschen im Kongo zeigen mir jeden Tag, wie wichtig es ist, dass wir Missionare an ihrer Seite bleiben.“
Seit über 50 Jahren lebt und arbeitet P. Tewes in der Demokratischen Republik Kongo. Derzeit ist er auf Heimaturlaub in Deutschland – doch mit seinen Gedanken ist er längst wieder in Kinshasa.

Dort baut der Steyler Missionar seit 2020 die Pfarrei Heilige Josephine Bakhita am Stadtrand der Millionenmetropole auf. Das Gebiet ist noch kaum erschlossen: Es fehlen befestigte Straßen, eine zuverlässige Strom- und Wasserversorgung sowie eine Kanalisation. Strom wird teilweise über Solaranlagen erzeugt. Nach starken Regenfällen sind viele Wege kaum passierbar.
Besonders dramatisch ist die Erosion. Wassermassen reißen tiefe Gräben in Straßen und Wege. Immer wieder geraten Häuser ins Rutschen, Familien müssen ihre Wohnungen verlassen. Mit Sandsäcken versuchen die Menschen, ihre Häuser und Straßen notdürftig zu sichern.

Trotz dieser schwierigen Bedingungen wächst die junge Pfarrgemeinde stetig. Immer mehr Familien verlassen die überfüllte Innenstadt von Kinshasa, weil sie sich dort die hohen Mieten kaum noch leisten können. Sie hoffen am Stadtrand auf ein eigenes Zuhause – und finden in der Pfarrei Heilige Josephine Bakhita zugleich eine neue geistliche Heimat.
Ein wichtiger Meilenstein konnte bereits erreicht werden: Die neue Pfarrkirche ist fertiggestellt. An jedem Sonntag werden inzwischen drei Gottesdienste gefeiert – alle bis auf den letzten Platz gefüllt. Fünf Kirchenchöre gestalten abwechselnd das lebendige Gemeindeleben und treffen sich mehrmals in der Woche zu den Proben. Nun soll als nächster Schritt ein Pfarrsaal entstehen, damit Kinder, Jugendliche und Gemeindegruppen einen Ort für Begegnung, Bildung und gemeinsames Leben erhalten.

Nach starken Regenfällen sacken die Wege mehrere Meter ab. (Foto: SVD)
Nach starken Regenfällen sacken die Wege mehrere Meter ab. (Foto: SVD)

Doch die Steyler Missionare bauen nicht nur die Kirche. Sie haben außerdem ein Schulgelände mit einer Grundschule und einem Gymnasium erworben und in ihre Trägerschaft übernommen. Die Gebäude befanden sich in einem schlechten Zustand und mussten zunächst umfassend saniert werden. Heute erhalten dort Kinder und Jugendliche eine gute schulische Ausbildung und damit eine echte Zukunftsperspektive.
Auch wirtschaftlich steht die Pfarrei vor großen Herausforderungen. Der gesetzliche Mindestlohn wurde deutlich erhöht. Viele Einrichtungen können die Gehälter ihrer Mitarbeitenden kaum noch bezahlen. Dennoch bleiben viele Lehrer ihrer Schule treu – weil sie den Kindern eine Zukunft ermöglichen möchten und ihre Arbeit als Berufung verstehen.

Sonntags ist die neue Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Die Menschen sitzen sogar noch draußen. (Foto: SVD)
Sonntags ist die neue Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Die Menschen sitzen sogar noch draußen. (Foto: SVD)
Schule der Steyler Missionare in der neuen Pfarrei Heilige Josephine Bakhita. (Foto: SVD)
Schule der Steyler Missionare in der neuen Pfarrei Heilige Josephine Bakhita. (Foto: SVD)

Wenn P. Tewes während seines Heimaturlaubs in Deutschland von seinem Leben erzählt, hört er häufig dieselbe Frage: „Warum machen Sie das nach so vielen Jahren noch? Warum kommen Sie nicht endgültig zurück?“
Seine Antwort ist einfach.
„Die Menschen schätzen unseren Einsatz sehr!“

Diese tiefe Verbundenheit spüren die Menschen in seiner Gemeinde. Sie sind dankbar, dass die Steyler Missionare an ihrer Seite bleiben – gerade dort, wo das Leben besonders herausfordernd ist.

Seit 75 Jahren engagieren sich die Steyler Missionare im Kongo. P. Tewes gehört zu den Missionaren, die dieses Engagement über Jahrzehnte geprägt haben. Noch heute baut er nicht nur Kirchen und Schulen auf, sondern schenkt den Menschen Hoffnung, Gemeinschaft und Zukunft.

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