Deutschland
06. Jan 2026
Steyler Mitbrüder aus aller Welt blicken auf das Vergangene zurück und lassen Sie teilhaben an dem, was durch Ihre Unterstützung möglich wurde:
... an gewachsenen Gemeinschaften, neuen Perspektiven für Kinder und an Hoffnung, die trägt. Mit Beginn des neuen Jahres möchten wir Ihnen von Herzen danken.
„In diesen Jahren komme ich aus dem Schreiben nicht heraus, weil wir es mit 3 Jubiläen zu tun haben/hatten. Es fing an mit dem 150-jährigen Jubiläum unseres Steyler Ordens, das am 8. September zu Ende ging. Inzwischen hatte dann für das Jahr 2025 das Heilige Jahr der ganzen katholischen Kirche begonnen und am 10. Oktober haben wir hier im Kongo, allerdings ohne großes Trallala, das 75. Jubiläumsjahr unseres missionarischen Einsatzes im Kongo begonnen.
So möchte ich kurz einiges über unsere 75-jährige Geschichte schreiben. Am 10.10. 1951 kamen die ersten 3 holländischen SVD-Missionare im damaligen Belgisch Kongo an, um das Gebiet des heutigen Bistums Kenge zu übernehmen, das die Jesuiten uns abgetreten hatten. In diesem Riesengebiet (mit 30.000 km² genauso groß wie Belgien) gab es damals 4 Missionsstationen mit 9 Jesuiten und 2 einheimischen Priestern. Im Vertrag, der zwischen den Jesuiten und dem Steyler Orden ausgearbeitet wurde, hieß es, dass unser Orden binnen 10 Jahren die Zahl der Missionare auf 50 Priester und mehrere Ordensbrüder erhöhen werde. Ein waghalsiges Versprechen, das aber tatsächlich realisiert wurde. Im Ordensverzeichnis von 1962 finden wir 56 Priester und 7 Ordensbrüder.
Während die Jesuiten im Augenblick der Übergabe dieses Gebietes seit über 20 Jahren keine neue Missionsstation eröffnet hatten, erbauten unsere Mitbrüder von 1955 bis 1963 13 neue Stationen mit Kirche und Wohnhaus, Schulen und oft auch Häusern für Missionsschwestern und Krankenstationen.
Bis 1970 stieg die Zahl der Missionare auf 92 Mitbrüder an. Aber dann ging es bergab. Wegen gewisser kirchenfeindlicher Maßnahmen des Mobuturegimes hat unsere Provinz die Ernennung neuer Missionare 1972 auf Eis gelegt; gleichzeitig zogen sich auch wegen dieser Politik viele Missionare zurück (verließen den Orden oder meldeten sich anderswohin). So ging die Zahl unserer Missionare im Kongo innerhalb von 10 Jahren von 92 auf 64 zurück. Trotz vielerlei Anstrengungen haben wir diesen Verlust nie wieder wettmachen können. Augenblicklich sind wir 63.

Europa, das über 100 Jahre lang Missionare in die übrigen Kontinente sandte, ist jetzt auf Hilfe angewiesen.
Amerika, das zeitweilig selbst schon mal über 1.000 Mitbrüder zählte, muss heute über die Hälfte (663) seines Personals „importieren“.
Asien und Ozeanien, die über 100 Jahre lang von Europa und z.T. von Amerika Missionare aufnahmen, können 756 Missionare dorthin zurückschicken und stopfen so alle Löcher in Amerika und Europa.
Afrika, das ebenfalls nur auf ausländische Missionare angewiesen war, hat heute das Gleichgewicht erreicht.
Aber z.B. der Kongo kann schon einen Überschuss von 21 Missionaren in andere Kontinente schicken (5 davon befinden sich in Deutschland!).
In unserer Pfarrei hat sich nicht viel Neues ereignet. Schließlich haben wir uns dazu durchgerungen, ein Grundstück mit einem Gebäudekomplex von 7 Klassenräumen für eine ordenseigene Schule zu kaufen, wie es auf einer Mitbrüderversammlung schon seit ein paar Jahren gewünscht worden war. Es waren viele Baumaßnahmen nötig, um die Schule einigermaßen funktionsgerecht zu gestalten. Da wir uns erst kurz vor Schulbeginn zu diesem Kauf entschlossen hatten, haben wir noch nicht die erhoffte Schülerzahl erreicht. Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr besser wird.
Zum Schluss bedanke ich mich nochmals von ganzem Herzen für die Unterstützung, die ich auch im vergangenen Jahr bekommen habe – von vielen nun schon über LANGE JAHRE, von einigen mit SEHR GROSSZÜGIGEN SPENDEN. Ich wünsche Euch/Ihnen allen für das neue Jahr 2026 endlich den Frieden, den wir uns alle so sehr ersehnen.
Es grüßt in Dankbarkeit,
P. Hugo Tewes SVD

„Vor allem unsere Kinder und Jugendlichen im Heim kennen die äußeren Widrigkeiten des Lebens, hinzu kommen oft fatale familiäre Situationen, so ist unsere Aufgabe, neben dem Stillen der normalen Bedürfnisse, ihnen die Möglichkeit zu geben, daß auch ihre inneren seelischen Wunden heilen können. Dazu rechnen wir neben den Heimmüttern mit einem technischen Team, bestehend aus einer Psychologin, einer Pädagogin und einer Sozialarbeiterin. Hinzu kommen noch spezialisierte Therapien in verschiedenen Instituten. Das ganzheitliche Wohlbefinden jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen, die unserem Programm anvertraut sind, ist unser oberstes Ziel. Wir können auf ein erfolgreiches Jahr hinsichtlich der Möglichkeiten und Ergebnisse zurückblicken, stets begleitet von großer Dankbarkeit für jede Unterstützung und das Gebet derjenigen, denen das Wohl der Kinder und Jugendlichen der CINCA-Stiftung – „Integrales Zentrum für Kinder in und auf der Strasse“ am Herzen liegt. Ein Programm, das vor mehr als 33 Jahren mit seinen drei Bereichen; dem Kinder- und Jugendheim, dem Nachhilfe- und Schulförderzentrum und dem Kindergarten in der Stadt El Alto begann. Eine der Herausforderungen in diesem Jahr bestand darin, die Fundation aufrechtzuerhalten, trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die geplanten Ziele zu erreichen und sich entsprechend den pädagogischen, psychologischen und sozialarbeiterischen Aktualisierungen weiterzuentwickeln und diese zu integrieren, dabei eng mit den staatlichen Instanzen, wie Jugendämtern und Gerichten, zusammenzuarbeiten.
In diesem Jahr betreuten wir im Heim insgesamt 17 Kinder und Jugendliche. Das schulische Nachhilfe- und Förderzentrum arbeitete mit 84 Kindern und Jugendlichen, und der Kindergarten betreute vier Gruppen mit insgesamt 42 Kindern.
In der Freude darüber, den Kindern und Jugendlichen in unserer Stiftung, mit Ihrer und Eurer Unterstützung geholfen zu haben, wünschen wir, vereint im Glauben an das menschgewordene göttliche Wort, an die Liebe Gottes zu uns, ein gutes Neues Jahr!
Br. Uwe Heisterhoff SVD

Verbunden mit einem herzlichen Gruß aus Cebu, möchte ich mich sehr herzlich für die erneut großzügige Unterstützung unserer Hilfsprojekte auf der Insel Cebu bedanken. Was hier in den vergangenen Jahrzehnten für die Menschen auf den Mülldeponien, in anderen Slums und auf den Straßen erreicht werden konnte, ist nur dank großzügiger Menschen in der Heimat möglich geworden. Dafür sind wir sehr dankbar.
Mittlerweile gibt es 30 Projektgebiete, die täglich ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Darunter sind elf Umsiedlungsgebiete. Weitere Grundstücke wurden gekauft, um zusätzliche Menschen aus den Slums umsiedeln zu können. All das braucht Zeit, aber mit dem Landkauf ist ein wichtiger erster Schritt getan. Die Krisen, die durch die politische und wirtschaftliche Weltlage verstärkt werden, sind auch bei den von uns betreuten Menschen am Rande der Gesellschaft zunehmend sichtbar.
Ernährungsprogramme – Neben den täglichen Verpflegungen in inzwischen über 140 Kindergärten wird bei den Besuchen in den Slums monatlich Nahrung an 5.000 Kinder und ältere Menschen mit Behinderungen verteilt. Hunger ist für immer mehr Menschen zur bitteren Realität geworden. Bei den täglichen Besuchen in den Slums warten lange Menschenschlangen auf uns. Drei Mahlzeiten pro Tag sind für zahlreiche Familien nicht mehr selbstverständlich.
Schulung der Kinder und Jugendlichen – Aufgrund der allgemeinen Lage bitten immer mehr Familien um Hilfe bei der Finanzierung der Schulbildung ihrer Kinder. Dank der großzügigen Unterstützung aus der Heimat ist es in diesem Jahr gelungen, die Zahl der geförderten Kinder von 2.000 auf 2.500 zu erhöhen. Die jährlichen Kosten betragen für die Grundschule 100 Euro, für die Mittelschule 150 Euro und für die Senior High School (11. und 12. Schuljahr) 300 Euro. Auch zweijährige Berufsschulkurse (500 Euro pro Jahr) und für besonders begabte Jugendliche vierjährige Universitätsstudien (1.000 Euro pro Jahr) gehören zu den Bildungsprogrammen.
30. April 2025: Maymay ist überglücklich. „Danke", sagt das 12-jährige Mädchen mit einem großen, kindlichen Lächeln auf ihrem Gesicht und drückt das für sie Unfassbare aus: „Ich habe heute meine Grundschule abgeschlossen und im neuen Schuljahr geht es in der High School weiter. Danke!" Ihre Eltern haben die Grundschule nicht abschließen können. Maymay hat, wie Hunderte andere Kinder, einen unserer Kindergärten besucht und so ein gutes Fundament für ihren späteren Bildungsweg erhalten. Sie träumt davon, einmal Stewardess zu werden und ihrer Familie dann helfen zu können. Die Kinder und ihre Familien sind dankbar für jede Hilfe, insbesondere bei der Schulbildung. Sie haben verstanden, wie wichtig Bildung für ihre Zukunft ist.
Medizinische Versorgung – Aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen in den Slums wächst jährlich die Zahl der Menschen, die Hilfe bei der medizinischen Versorgung benötigen. Wenn das Geld kaum für die Ernährung reicht, bleibt die medizinische Versorgung oft auf der Strecke. Nach starken Regenfällen verwandeln sich die Slums der Deponien in stinkende Sümpfe voller Fliegen, Mücken und Ratten, die die Menschen in ihren Hütten im Schlaf attackieren. Weit über 1.200 Menschen müssen monatlich versorgt werden, wobei Kinder und ältere Menschen besondere Unterstützung, insbesondere bei Krankenhausaufenthalten, benötigen. Auch zahnärztliche und augenärztliche Behandlungen gehören zum Programm.
10. September 2025: „Danke, danke, danke …" – gleich dreimal wiederholt die junge Mutter mit dem Kleinkind auf ihrem Arm dieses Wort. „Du hast das Leben meines Kindes gerettet." Bei unserem Besuch hatten wir das zweijährige Mädchen mit hohem Fieber in der Hütte auf der Mülldeponie entdeckt und sofort zum Krankenhaus gebracht. Der Verdacht auf Dengue wurde bestätigt, und die Behandlung konnte unverzüglich beginnen. Ähnliche Situationen wiederholen sich jährlich unzählige Male.
Straßenmenschen (Kinder und Erwachsene) – Bei meinen Rundgängen frühmorgens begegnen mir viele ältere Straßenmenschen. Sie durchsuchen den auf die Straße geworfenen Müll nach wiederverwertbaren Materialien und Nahrung. Hinzu kommen Straßenkinder und ganze Familien, die in wachsender Zahl auf den Gehwegen auf Kartons ihre Bleibe für die Nacht gefunden haben. In unserem Haus für Straßenmenschen (Balay Samaritano) erhalten täglich bis zu 40 ältere Menschen und 50 Kinder zu essen. Gleichzeitig werden sie medizinisch versorgt und können sich duschen sowie ihre Kleider waschen. Freiwillige unterrichten die Straßenkinder im Zentrum, um sie auf den späteren Schulbesuch vorzubereiten. Zudem bekommen die auf den Gehwegen lebenden Familien Lebensmittelpakete, um ihre Kinder vor allem ausreichend zu ernähren.
Umsiedlungen und Wiederaufbauarbeiten – Mit den Wiederaufbauarbeiten in den vom Supertaifun Ende 2021 schwer verwüsteten Umsiedlungsgebieten kommen wir gut voran. So zum Beispiel in Janssenville, Mactan/Cebu. Dort wurden 80 % der 240 Häuser schwer beschädigt. Etwa 100 Häuser konnten bereits wieder bewohnbar gemacht und vielfach sogar ganz neu aufgebaut werden. Wir hoffen, die verbleibenden Häuser bis Ende 2026 neu bauen zu können, um den Familien wieder ein menschenwürdiges Zuhause zu geben.
Weitere Formen der Hilfe – Neben den oben beschriebenen Projekten werden Spenden auch immer wieder eingesetzt, um ganz konkrete Not zu lindern, etwa nach Taifunen, Erdbeben oder Großbränden, bei denen die Menschen in den Slums, entlang der Küsten oder in den Bergen ihr ganzes Hab und Gut verlieren. Für die Armen gibt es keine Versicherungen. Die Menschen sind auf die Großzügigkeit anderer angewiesen und für jede Hilfe sehr dankbar. So wurden mit Spendengeldern neue Unterkünfte gebaut oder angemietet, Nahrung für die Zwischenzeit finanziert und Schulsachen für die Kinder gekauft. Das Gleiche gilt, wenn Slums wie etwa verarmte Fischerdörfer abgerissen oder Kleinbauerndörfer vollständig überschwemmt werden und ihre Ernte verlieren. Hinzu kommen die Finanzierung von Beerdigungen, Kleinkredite für einkommensschaffende Maßnahmen sowie die Ausstattung mit Solarlichtern, insbesondere in Slums ohne Stromversorgung.
Zu Weihnachten bereiteten wir Weihnachtspakete für Familien aus Slums und Umsiedlungsgebieten vor. 3.000 Familien erhielten ein kleines Paket im Wert von 10 Euro. Darin befanden sich fünf Kilogramm Reis (5 Euro), getrocknete Sardinen (2 Euro), Nudeln (2 Euro) und Kraftkekse (1 Euro). Diese kleinen Pakete bedeuten den Menschen gerade jetzt, nach dem verheerenden Erdbeben und dem Supertaifun vom 3. November, sehr viel.
20. Oktober 2025, Umsiedlungsgebiet Mactan: Beim Putzen findet die Mutter unter dem Hausaltar ein Dankgebet ihrer neunjährigen Tochter Kessi: „Lieber Gott, danke für meine Familie, für Mama und Papa, meine Geschwister und unsere Freunde, danke für unser Haus, danke, dass wir zur Schule gehen können, dass wir genug zu essen haben, danke, dass wir gesund sind, danke auch ganz besonders, dass wir anderen helfen können." Das kleine Mädchen fasst in wenigen Worten zusammen, was dieser Brief sagen wollte: DANKE!
EIN GUTES NEUES JAHR!
P. Heinz Kulüke SVD