Deutschland
12. Aug 2026
Zwei intensive Wochen liegen hinter ihnen – und ein besonderes Jahr vor ihnen.

Fünf junge Freiwillige haben in Steyl ihr Ausreiseseminar absolviert. Anfang September beginnt für sie ihr Einsatz als „Mitlebende(r) auf Zeit“ (MaZ) in Bolivien, Argentinien, Paraguay und Ghana.
Das Ausreiseseminar ist die letzte gemeinsame Etappe ihrer Vorbereitung. In Steyl ging es deshalb nicht nur um Visa, Versicherungen und letzte organisatorische Fragen. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage: Was brauche ich, um mich auf ein anderes Land, eine andere Kultur und neue Menschen wirklich einzulassen?
Die fünf Freiwilligen beschäftigten sich intensiv mit ihrer eigenen Identität, mit Kommunikation und dem Umgang mit Konflikten. In Workshops ging es um kulturelle Unterschiede, Kulturschock und Inkulturation, aber auch um Privilegien und „Critical Whiteness“. Rollenspiele bereiteten auf schwierige Situationen vor, die während des Einsatzes auftreten können. Hinzu kamen ganz praktische Themen wie Gesundheit, Versicherungen, Notfallpläne und der Umgang mit Krisen.
Gleichzeitig blieb viel Raum für persönliche Gespräche, Gemeinschaft und Spiritualität. Gottesdienste, ein Wüstentag und Begegnungen mit den Steyler Gemeinschaften machten deutlich: Die Freiwilligen gehen nicht allein auf den Weg. Sie werden Teil eines weltweiten Netzwerks der Steyler Missionare.
Dass diese intensive Vorbereitung Spuren hinterlassen hat, brachte einer der Freiwilligen am Ende auf den Punkt: „Wenn wir noch einmal entscheiden müssten, würden wir uns wieder für die Steyler Missionare entscheiden.“
Auch für Pater Edwin Arockiam SVD, der seit diesem Jahr die MaZ-Koordination in Deutschland begleitet, war das Seminar etwas Besonderes. Zum ersten Mal nahm er an einem Ausreiseseminar teil:
„Die intensive Begleitung ist für mich neu. Aber nach wenigen Tagen waren wir eine eingespielte Gruppe – es war eine erfüllende Zeit.“

Ein besonderer Höhepunkt zum Abschluss war der feierliche Aussendungsgottesdienst mit Pater Joseph Xavier Alangaram SVD. Gemeinsam mit ihren Familien feierten die fünf MaZ diesen wichtigen Moment vor ihrer bevorstehenden Ausreise. Im Gottesdienst wurden sie für ihren Freiwilligendienst ausgesandt und erhielten den Segen für ihren Weg. Das Zitat von Dag Hammarskjöld „Du wagst dein Ja – und erlebst einen Sinn. Du wiederholst dein Ja – und alles bekommt Sinn“ war ein wichtiger Gedanke des Aussendungsgottesdienstes. Wir alle seien gerufen, gewachsen und gesandt – nicht nur die Menschen, die heute ausgesendet werden. Jeder von uns sei dazu aufgerufen, immer wieder „Ja“ zu Christus und seinem Evangelium zu sagen und seine Aufgabe dort zu erfüllen, wo er gebraucht wird. Dabei sollten wir zuversichtlich bleiben. Auch wenn nicht alles gelingt, werde viel Gutes entstehen und Frucht bringen. Darauf dürften wir vertrauen, denn Jesus hält sein Versprechen.
Für die Freiwilligen und ihre Familien war es zugleich ein Moment der Freude und des Abschieds – und ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie ihren Weg nicht allein antreten. Nun bleiben noch wenige Wochen zu Hause, bevor Anfang September der nächste große Schritt folgt.
Dann heißt es für die fünf Jugendlichen: Aufbrechen nach Bolivien, Argentinien, Paraguay und Ghana – für viele Monate voller neuer Begegnungen, Erfahrungen und Perspektiven.
Wir wünschen ihnen für ihren Weg Mut, Offenheit, viele bereichernde Begegnungen und Gottes Segen.