Papua-Neuguinea
26. Nov 2025
Ein Land voller Vielfalt und Herausforderungen.

Eine Projektreise der Steyler Mission führte P. Joseph Xavier Alangaram SVD (Missionssekretär), Alexandra Winand (Fundraiserin) und Josna Vampenickal (Projektreferentin) im vergangenen Monat in ein Land großer kultureller Tiefe und beeindruckender Ursprünglichkeit. Papua-Neuguinea, ein junger Staat mit rund 750 Volksgruppen und 800 Sprachen, zeigte sich als faszinierende Mischung aus Tradition, Stolz und strukturellen Schwierigkeiten. Slums, Stammeskonflikte und mangelnde Infrastruktur prägen vielerorts das tägliche Leben, während gleichzeitig eine große Herzlichkeit und Offenheit spürbar sind.
Begegnungen im Hochland – Hoffnung trotz schwieriger Lebensbedingungen
In den Hochlandregionen rund um Mount Hagen begegnete das Team Familien, deren Alltag noch weitgehend von ihren Stammesstrukturen geprägt ist. Viele Menschen leben in abgelegenen Dörfern, die nur schwer erreichbar sind. Der Wunsch nach Bildung für die Kinder wurde in vielen Gesprächen besonders deutlich: „Mich hat berührt, wie zufrieden viele Menschen trotz aller Armut sind – und gleichzeitig, wie sehr sie sich eine Zukunft für ihre Kinder wünschen“, fasst P. Joseph Xavier Alangaram SVD zusammen.

Bildung als Fundament der Zukunft
Besonders deutlich wurde dieser Wunsch in Fatima, wo der Unterricht derzeit in einer einfachen Buschhütte stattfindet. Ein Neubau und ein Wassertank sind dringend nötig – doch die Begeisterung der Kinder und ihre ungebrochene Lernfreude bleiben unübersehbar.
Mutiges Wirken inmitten von Konflikten
Der Besuch einer Gesundheitsstation in Wabag zeigte, wie herausfordernd die Missionsarbeit sein kann. Das Zentrum liegt zwischen zwei verfeindeten Stämmen. Die Steyler versorgen dort Verletzte beider Seiten – unabhängig von Herkunft oder Konfliktlinie – und handeln dabei besonnen und mutig.
„Trotz solcher Momente habe ich mich bei den Steylern immer sicher gefühlt. Sie kennen die Menschen, sie kennen die Situationen, und sie handeln besonnen“, erzählt Fundraiserin Alexandra Winand.

Ein prägendes Bild: Entwicklung, die rückwärts verlief
Besonders hängengeblieben ist dem Team eine Erklärung, die Steyler Missionare vor Ort gaben: Die technologische Entwicklung verlief in Papua-Neuguinea in gewisser Weise „rückwärts“.
Missionare erreichten die Menschen damals zuerst mit dem Flugzeug, weil die Wege durch die Berge kaum passierbar waren. Die Bevölkerung lernte daher zuerst das Fliegen kennen – und erst danach Autos, später Fahrräder und andere Transportmittel.
Diese ungewöhnliche Reihenfolge verdeutlicht, wie abgeschieden viele Regionen bis heute sind und wie komplex der Aufbau von Infrastruktur bleibt.
Die besondere Kraft der Steyler Missionare – Hingabe und kultureller Respekt
In Gesprächen mit P. Alangaram SVD im Ausbildungshaus Bomana wurde besonders spürbar, was das Wirken der Steyler Missionare ausmacht. Seine Worte geben tiefe Einblicke in die Kraft hinter der Mission:
„Ich war sehr glücklich, die Entwicklung zu sehen. Vor 129 Jahren sind die ersten Steyler Missionare angekommen – und heute sehen wir die Früchte ihres Wirkens.“ Er betonte die enorme Ausdauer, die diese Entwicklung möglich machte: „Dahinter steht so viel Energie, Zeit und Opfer. Viele wussten, dass sie am Blackwater fever (siehe Infokasten) sterben werden und haben sich trotzdem eingesetzt. Alles fängt klein an – mit Ausdauer.“
Und schließlich brachte er zum Ausdruck, wie sehr die Missionare bereit waren, sich auf die Menschen einzulassen: „Mitbrüder haben sich entschieden, Sprachen zu lernen, die nur wenige sprechen – oder die Bibel in diese Sprachen zu übersetzen. Damit haben auch diese kleinen Gemeinschaften Zugang zum Wort Gottes. Und ihre Sprache bleibt erhalten.“ Diese Haltung – geprägt von Respekt, Hingabe und kultureller Sensibilität – prägt bis heute jede Begegnung und jedes Projekt.
Tradition und Zukunft – Hand in Hand
Von Mingende über Madang bis nach Boikin zeigte sich überall, wie sehr die Steyler Missionare verwurzelt sind. „Sie begleiten Menschen seit Jahrzehnten in ihren alltäglichen Herausforderungen, stärken Gemeinschaften und schaffen Perspektiven“, so Projektreferentin Josna Vampenickal.
Ein bleibender Eindruck
Die Reise machte deutlich, wie wertvoll und weitreichend der Einsatz der Steyler Missionare ist: Sie bringen Bildung, medizinische Versorgung, Frieden und Hoffnung in Regionen, die sonst oft vergessen werden.
Blackwater Fever (Schwarzwasserfieber) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation der Malaria tropica. Sie tritt auf, wenn große Mengen roter Blutkörperchen zerstört werden. Die Abbauprodukte gelangen in den Urin, der sich dadurch dunkelbraun bis schwarz färbt – daher der Name.
Warum spielte es für Missionare eine so große Rolle?
In früheren Jahrzehnten gab es vor Ort kaum medizinische Versorgung und keine wirksamen Therapien. Für viele Missionare, die in abgelegenen Regionen arbeiteten, bedeutete Schwarzwasserfieber daher ein hohes Sterberisiko. Ihr Einsatz trotz dieser Gefahr zeigt die besondere Hingabe und Opferbereitschaft, mit der sie den Menschen in Papua-Neuguinea dienten.