„Ich möchte Menschen helfen, wieder laufen zu können“

Ghana

29. Mai 2024

P. Eugene Asante SVD wird in Zukunft Leitung des OTC in Ghana übernehmen

Es ist einzigartig im ganzen englischsprachigen Westafrika: Das „Orthopedic Training Centre“ (OTC) der Steyler Missionare in Nsawam, im Süden Ghanas. Seit über 50 Jahren werden hier Prothesen angefertigt für Menschen mit körperlichen Behinderungen, besonders für Kinder und Jugendliche. Patienten, die eine Langzeittherapie benötigen, können dort sogar wohnen. Viele Kinder und Jugendliche bekommen im OTC zum ersten Mal regelmäßige Mahlzeiten, Kleidung und den Zugang zu Bildung.
„Die Kinder lernen, ihre Prothesen zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen“, erzählt der Steyler Missionar Pater Eugene Asante SVD bei seinem Besuch in Sankt Augustin. In Zukunft soll er die Leitung des Zentrums von Schwester Elisabeth Newman übernehmen, die bereits 81 Jahre alt ist.
Neben Therapie und Betreuung dient das OTC auch als Ausbildungszentrum. Junge Frauen und Männer können hier lernen, Prothesen anzufertigen und sie instand zu halten. Um möglichst viele Patienten erreichen zu können, fahren Schwester Elisabeth Newman und ihr Team tausende Kilometer im Jahr durch das Land.

P. Eugene Asante SVD (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
P. Eugene Asante SVD (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)

Menschen mit Behinderung haben es in Ghana schwer. Barrierefreiheit gibt es fast nirgends, der Zustand der Straßen und Bürgersteige ist schlecht. Und noch schlimmer: Was für uns unvorstellbar ist, ist in Ghana Realität. Kinder und Erwachsene mit Behinderungen sind für die ghanaische Kultur eine Schande. Man schämt sich für sie, vernachlässigt sie und überlässt sie häufig ihrem Schicksal. „Das kann und will ich als Christ nicht akzeptieren“, sagt der 38jährige Ghanaer. „Ich möchte Menschen helfen, wieder laufen zu können.“ Dank der „Benedictus-Dominus-Stiftung“ und „Friends for Ghana e.V.“ konnte er am am OTC-College studieren und hat im vergangenen Jahr einen Abschluss in Orthopädietechnik erhalten. Zurzeit befindet er sich im Praktikum. Danach soll ein Studium folgen, um später in leitender Funktion im OTC tätig zu werden. „Neben der Verkündigung muss ich mich handwerklich betätigen. So bin ich veranlagt“, erzählt er weiter. Überall, wo er in Ghana heilige Messen feiert, berichtet er vom OTC und der Möglichkeit, sich behandeln zu lassen. Die Zahl der Patienten steigt stetig. Menschen nehmen teils weite Strecken auf sich, um dort Hilfe zu finden. Dank einer großen Einzelspende an die Steyler Missionare konnte nun im Norden des Landes eine weitere Station des OTC eröffnet werden. „Das ist eine große Erleichterung für die Menschen in dieser Region, die keine Möglichkeit haben durch das ganze Land bis ins OTC in Nsawam zu kommen“, weiß P. Asante. „Die Armut im nördlichen Teil Ghanas ist größer als im Süden. Die körperliche Arbeit ist hier noch härter. Ich habe Menschen erlebt, die aufgrund eines kleinen Schnitts im Finger ihren Unterarm verloren haben. Der Schnitt wurde nicht richtig behandelt, hat sich infiziert und diese Infektion hat sich weiter ausgebreitet.“ Viele solcher Fälle können nun dank der Zweigstelle des OTC im Norden verhindert werden.

v.l.n.r. Bruno Panglisch (Friends for Ghana e.V.), P. Eugene Asante SVD, Pfarrer Paul Hauser (Benedictus-Dominus-Stiftung) und P. Joseph Xavier Alangaram SVD. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
v.l.n.r. Bruno Panglisch (Friends for Ghana e.V.), P. Eugene Asante SVD, Pfarrer Paul Hauser (Benedictus-Dominus-Stiftung) und P. Joseph Xavier Alangaram SVD. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)

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