Ein Tisch für alle – gelebte Nächstenliebe an Weihnachten

Einblick hinter die Kulissen der Steyler Suppenküchen

(Foto: SVD)
(Foto: SVD)

Ein langer Tisch, festlich gedeckt. Menschen warten auf das gemeinsame Mahl. Freiwillige haben ein festliches Programm vorbereitet. Das Bild aus der Suppenküche im albanischen Vlore erzählt von Gemeinschaft und Würde: Niemand soll hungrig oder allein bleiben. Eine warme Mahlzeit stillt nicht nur Hunger. Das wissen die Steyler. Sie ist Ausdruck von Nächstenliebe, schenkt Würde, Trost und Gemeinschaft.
In den Suppenküchen der Steyler weltweit wird dies erfahrbar. In 75 Ländern setzen sich mehr als 5.600 Missionare für Bedürftige ein. Was das konkret bedeutet, zeigt sich im Alltag der Menschen, die in den Suppenküchen Zuflucht finden.

Pater Anthony Huy Quyen SVD verteilt warme Mahlzeiten. (Foto: SVD)
Pater Anthony Huy Quyen SVD verteilt warme Mahlzeiten. (Foto: SVD)

Vietnam: Wenn Hunger den Alltag bestimmt

Vietnam – Que Phong: In dieser armen Bergregion an der Grenze zu Laos leben rund 76.000 Menschen, fast alle gehören ethnischen Minderheiten an. Viele Familien leben von Maniok, Reis oder selbst angebautem Gemüse, das nur für den Eigenbedarf reicht. Den Verkauf erschwert die abgeschiedene Lage – Händler drücken die Preise auf ein Minimum. Trotz harter Arbeit bleibt den Familien kaum Einkommen.
Hinzu kommt die schwache Gesundheitsversorgung: Es gibt keine Krankenversicherung, Medikamente sind unerschwinglich. Viele greifen auf Kräutermedizin zurück und gehen erst ins Krankenhaus, wenn es fast zu spät ist. Krankheiten wie Tuberkulose, HIV und Diabetes treffen die Ärmsten besonders hart – gerade Kinder.

Hier setzen die Steyler Missionare an. Seit 2022 verteilt Pater Anthony Huy Quyen SVD mit zehn Freiwilligen jeden Donnerstag im Krankenhaus 150 warme Mahlzeiten – für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Eltern bleiben während der Behandlung bei ihren Kindern und schlafen oft tagelang auf dem Boden. Auch sie erhalten Essen, damit die Familien in dieser Ausnahmesituation nicht zusätzlich Hunger leiden müssen.
Für die Menschen ist das mehr als Nahrung: Es ist ein Stück Würde, das zeigt, dass jemand an sie denkt. Die Steyler nehmen die Lebensrealität ernst, berücksichtigen die kulturellen Eigenheiten der Bergbevölkerung, hören zu und begleiten. Neben den Mahlzeiten verteilen sie Kleidung und Milch für kranke Kinder und leisten seelsorgerische Unterstützung. So wird die Suppenküche zu einem Ort der Stärkung – für Leib und Seele.

Seit Beginn wurden bereits über 36.000 Portionen ausgegeben. Für viele ist es die einzige Mahlzeit des Tages – und ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind.

Suppenküche Albanien: „Wenn ich hier sitze, fühle ich mich nicht arm, ich fühle mich als Teil einer Familie.“ (Foto: SVD)
Suppenküche Albanien: „Wenn ich hier sitze, fühle ich mich nicht arm, ich fühle mich als Teil einer Familie.“ (Foto: SVD)

Hilfe für Bedürftige in Albanien

Albanien – Vlore: Die Hafenstadt Vlore gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, viele ältere Menschen müssen mit einer Rente von nur 50 bis 60 Euro im Monat auskommen. Sozialhilfe deckt nur einen Bruchteil der Kosten. Besonders Alleinstehende, Kranke und Arbeitslose haben kaum eine Perspektive.

Vor diesem Hintergrund entstand 2022 die Suppenküche „Fünf Brote, zwei Fische“. Der Name geht auf die biblische Erzählung der fünf Brote und zwei Fische zurück (vgl. Mt 14,17), die an Jesu Mitgefühl für die Hungrigen erinnert – ein Mitgefühl, das auch heute lebendig ist. Ein Ehrenamtlicher schlug ihn vor, die Gemeinde übernahm ihn – seither steht er für eine konkrete Tat der Nächstenliebe.

Dreimal pro Woche gibt es hier eine warme Mahlzeit: Suppe, Brot, Reis, Gemüse, manchmal auch Fleisch oder Obst. Das Menü ist abwechslungsreich, gesund und nahe an den Essgewohnheiten vor Ort. Am Ende jeder Mahlzeit erhalten die Gäste etwas für den Folgetag. Für viele ist dies die einzige nahrhafte Mahlzeit der Woche. Bisher wurden bereits über 30.000 Portionen ausgegeben.
Die Suppenküche entstand aus einem Treffen von Schwestern, einem Pfarrer und Laien, die überlegten, wie sie den größten Nöten begegnen könnten. Heute ist sie ein lebendiger Ort, an dem nicht nur Nahrung ausgegeben wird, sondern auch Gemeinschaft wächst: Bedürftige fühlen sich willkommen, erleben Würde und das Gefühl, nicht vergessen zu sein.

Pater Sunil Horo SVD, der die Suppenküche leitet, sagt: „Am Anfang standen wir vor vielen Herausforderungen. Doch durch Gottes Gnade und die Großzügigkeit der Wohltäter hat die Arbeit nicht nur überlebt, sondern ist gewachsen.“ Gerade im Winter steigen die Belastungen: Heizkosten und Lebensmittelpreise ziehen an, Transportwege sind erschwert, und die Nachfrage wächst. Umso wichtiger ist die Suppenküche – nicht nur als Ort der Ernährung, sondern als Zeichen gelebter Kirche und Geschwisterlichkeit.

Suppenküchen wie in Vietnam und Albanien sind Orte der Menschlichkeit. Hier zeigt sich Kirche als weltweite Gemeinschaft, die Menschen in Not nicht alleinlässt. „Ich komme vielleicht mit leerem Magen, aber ich gehe immer mit vollem Herzen“, sagt ein Gast.

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