Paskalis Teli Lolan SVD (1971–2020)

14.08.2020

Berlin / Der Steyler Missionar Pater Paskalis Teli Lolan verstarb am Nachmittag des 14. August in Berlin nach kurzer schwerer Krankheit.

Pater Paskalis Kalixtus Teli Lolan SVD
* 11.04.1971, + 14.08.2020


Paskalis hat immer Fröhlichkeit verbreitet. Das hat ihn ausgemacht. Er und wir wussten aber auch um seine chronische Erkrankung. Dass eine akute gesundheitliche Krise sein Leben so schnell beenden würde, das hatte allerdings niemand erwartet. So haben wir in den letzten Tagen um ihn gebangt und ihn mit unserer Sorge am Krankenbett begleitet.


Der Weg zu den Steylern

Paskalis wurde am 11. April 1971 in Pamakayo, auf der Insel Solor-Flores, in der Nähe von Flores in Indonesien, geboren. Sein Rufname zu Hause war Kalixtus. In Deutschland wurde er mit Paskalis angesprochen. Pater Paskalis hat sieben Geschwister. Von den acht Kindern der Familie sind eine Ordensschwester, eine Krankenschwester und drei Priester, davon zwei bei den Steyler Missionaren. Die Eltern, Bernardus Teli Lolan, Lehrer, und seine Ehefrau Katarina Kensi Bala, sind bereits tot.

Seine Heimatinsel Solor war früher eine portugiesische Kolonie und wurde durch die Katholische Kirche sehr geprägt. Die Steyler Missionare prägten ebenfalls diese Insel durch ihre Arbeit. Daher kamen seine Familie und er mit den Steyler Missionaren in Kontakt. So ging er 1987 in das kleine Seminar in Hokeng in Flores, das von den Steyler Missionaren geleitet wurde. Das Studium der Theologie und Philosophie hat er auf einer anderen indonesischen Insel, auf Ledalero-Maumere, bei den Steyler Missionaren, abgeschlossen. Dort legte er am 15. August 1998 seine ewigen Gelübde ab und wurde am 09. Mai 1999 zum Diakon geweiht. Am 14. Juli 1999 wurde er zusammen mit Fidelis Regi Waton SVD durch den Bischof Darius Nggawa SVD in Larantuka zum Priester geweiht und erhielt die Bestimmung für Deutschland. So kam er im Dezember 1999 nach Sankt Augustin.


Seelsorge in Deutschland

Nach dem Sprachkurs in Bonn und Sankt Augustin absolvierte er eine weitere pastorale Ausbildung im Jahr 2002 bei den Pallottinern in Friedberg bei Augsburg. Gleichzeitig begann er als Hilfskaplan mit der Pastoralarbeit in der Pfarrei Bärenkeller-Augsburg.

Danach bekam er 2003 seine erste Kaplanstelle in Wedel-Uetersen, Erzbistum Hamburg. Seine zweite Kaplanstelle war ab 2007 in der Pfarrei St. Ansgar, Itzehoe, Schleswig-Holstein, ebenfalls im Erzbistum Hamburg.

Neben seiner Arbeit mit den deutschen Gemeinden begann er freiwillig (da nicht offizielle Aufgabe des Erzbistums) im Bereich KMKI (Keluarga Mathasiswa Katolik Indonesia), die „Indonesische Katholische Studierendenfamilie“ in Hamburg zu betreuen, mit Gottesdiensten und seelsorglicher Pastoral. Während der sechs Jahre seiner pastoralen Tätigkeit im Erzbistum Hamburg nahm er an einem Pfarrexamenskurs teil, den er 2008 abschloss. Für eine kurze Zeit war er Pfarradministrator in der Pfarrei St. Ansgar, Itzehoe.

2009 übernahm er die Pfarrei St. Marien, Dresden-Cotta, im Bistum Dresden-Meißen. Um in seinem Interessensgebiet, der psychologischen Humanistik am Ball zu bleiben, nahm er in seinen Ferien und in seiner Freizeit an einem Kurs für Themenzentrierte Interaktion teil. Nach insgesamt 15 Jahren hat er sich zunächst von der Pfarrarbeit verabschiedet und ging 2014 für ein Sabbat-Jahr in die USA. Anschließend nahm er an einem 5-monatigen spirituellen Kurs in Rom-Nemi, Italien, teil.

Zum 01. Januar 2016 bekam er von den Ordensoberen die Aufgabe hier in Berlin, die KMKI, die indonesischen Studenten und Familien, zu betreuen und zugleich das geplante Ordensprojekt in Berlin-Kreuzberg mitzugestalten. Leider kam dieses Projekt nicht zustande. Zur gleichen Zeit wurde unsere Pfarrei Heilig Geist, hier in Berlin-Charlottenburg, stellenmäßig vakant und so musste er aus der Not heraus als Pfarrer einspringen. Somit hat er neben KMKI auch noch als Pfarradministrator fast ein Jahr gearbeitet, bis der neue Pfarrer kam. Paskalis war dann auch bereit, eine zweite seelsorgliche Aufgabe zu übernehmen und stieg in die pastorale Arbeit im Malteser Krankenhaus und im Pflegeheim Haus Malta ein, die er ebenfalls bis zu seiner jetzigen Erkrankung ausübte.


Auf Augenhöhe und mit Respekt

Seit dem 29. Mai 2019 war Pater Paskalis auch Hausoberer der Steyler Kommunität hier in Berlin. Seine Nierenkrankheit machte ihm indes immer mehr zu schaffen. Um nicht Dialyse-Patient zu werden, wollte er eine alternative Behandlungsmethode in seiner Heimat versuchen und wahrnehmen. Er war bereits in Vorbereitung auf diese Heimreise, als ihn jetzt am 28. Juli 2020 die Gehirnblutung traf.

Einer seiner Verwandten beschreibt Paskalis so: „Er ist immer ein fröhlicher Mensch gewesen, immer fürsorglich und immer positiv anderen gegenüber. Paskalis war ein liebevoller Mensch“. So haben wir ihn auch erlebt. In seiner Umgebung wurde viel und gern gelacht. Seine pastoralen Aufgaben nahm er sehr ernst und er war immer für die Menschen da. Sein Motto war „auf Augenhöhe und mit Respekt“ den anderen zu begegnen. Diese Grundhaltung machte das Miteinander mit ihm leicht. Denn er war nie abgehoben, weder als Priester noch als Oberer. So hat er im Sinne der alten Autorität nie amtliche Macht ausgeübt. Es setze auf Dialog. Beziehung war ihm wichtig, gerade in Konfliktsituationen. Er verlor selbst während seiner Erkrankung nicht den Humor. Das ist sicher sein Erbe an uns.

Wir Mitbrüder, die Steyler Mitschwestern hier in Berlin, seine Angehörigen, ebenso unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Mitglieder der indonesischen Gemeinde, die Bewohnerinnen und Bewohner, sowie die Mitarbeitenden des Malteserkrankenhauses und im Haus Malta und seine Freunde, werden ihn sehr vermissen. Möge der Herr ihn reich belohnen mit Frieden und Freude in Seinem Reich.


Berlin, 14.08.2020
Bruno Rehm SVD, amtierender Präses des Heilig Geist Kolleg


Den Auferstehungsgottesdienst feiern wir am Freitag, den 21. August 2020, in der Kirche des Missionspriesterseminars in Sankt Augustin um 10 Uhr, mit anschließender Beerdigung auf dem Klosterfriedhof, unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen. – Ein Gedenkgottesdienst in Berlin Heilig Geist ist zuvor am Mittwoch, den 19. August 2020, um 18 Uhr.


Zur Vita.

 
 

Datenschutz  |  Kontakt  | Sitemap  |  Impressum  |  Suche