Vincenz Montag SVD (1924–2020)

31.08.2020

Sankt Wendel / In der Nacht des 30. August verstarb Pater Vincenz Montag SVD im Wendelinusheim. Der Auferstehungsgottesdienst findet am 2. September statt.

Pater Vincenz Montag SVD

*07.03.1924 –  +30. 08. 2020


Vincenz Montag wurde am 07. März 1924 im südlichsten Dorf des Oberen Eichsfeld, in Wendehausen, Kreis Mühlhausen, als Sohn des Landwirts Felix Montag und seiner Ehefrau Regina, geb. John, geboren und wuchs dort im Kreis der Familie auf. 1937 ging er als Schüler ins Missionsgymnasium St. Xaver nach Bad Driburg bis Kriegsbeginn. 1939 wechselte er ans Arnold-Janssen-Gymnasium nach St. Arnold, bis zur Schließung der Ordensschulen durch die Nazis. Ab 1941 besuchte er das staatliche Gymnasium Fulda. Ohne regelrechtes Abitur wurde er 1943 als Soldat eingezogen und geriet 1945 in englische Gefangenschaft.

1946 wurde er nach St. Arnold entlassen und trat noch im selben Jahr in St. Augustin ins Noviziat ein, das er mit den 1. Gelübden am 1. Mai 1948 beendete. Nach den Ewigen Gelübden im März 1952 erfolgte das Subdiakonat und Diakonat; schließlich wurde er am 24. August 1952 in St. Augustin zum Priester geweiht. Schmerzlich für ihn war, dass dabei weder seine Eltern noch seine Geschwister wegen der Schließung der Ostgrenze teilnehmen konnten. 1953 konnte er mit einer Sondergenehmigung seine Heimatprimiz feiern. Es folgten drei Monate in Steyl, wo er in die Redaktionsarbeit eingeführt wurde und er seine Missionsbestimmung für Indien erhielt.


Apostolate in Ghana

Anschließend ging er im Dezember 1953 bis Oktober 1954 zum Englisch-Studium nach Liverpool. Es erfolgte dort eine Änderung seiner Missionsbestimmung für die afrikanische Goldküste (heute Ghana), wo er 1954 ankam. Seine Mission begann zunächst mit dem Erlernen des Krobo-Dialekts; danach war er ein Jahr Lehrer am Aquinas College, verbunden mit seelsorglicher Arbeit für schwer erziehbare Jungen. 1956 übernahm er auf Drängen des Bischofs und Bestimmung durch den Provinzial die stillgelegte Druckerei der Diözese Accra. Dort wurden neben Büchern und Broschüren für Kirche und Schulen das Monatsblatt der Katholischen Aktion gedruckt. Hierbei erhielt er eine gute fachliche Unterstützung durch eine amerikanische Journalistin. Ab 1957 druckten sie u. a. einen jährlichen Wand- und Taschenkalender, deren Auflage sich bis auf eine halbe Million Exemplare steigerte. Gleichzeitig übernahm Pater Montag auch die seelsorgliche Aufgabe der Hl. Messen bei den Schwestern der St. Mary’s Secondary School – bis zu seiner Rückkehr 1994 nach Deutschland. 1961 erhielt er eine wertvolle Hilfe durch Br. Paul Plawky, der in Steyl ausgebildet worden war. Aufgrund der Erweiterung und Modernisierung konnten kommerzielle Aufträge die finanzielle Situation der Druckerei sichern, ebenso einen Neubau und die Spezialisierung auf anspruchsvolle Farbdrucke ermöglichen. In den achtziger Jahren wurde der Druck der landesweiten Katholischen Wochenzeitung übernommen. Dabei entwickelte sich die Mitarbeit einheimischer Schwestern (vom Göttlichen Erlöser) sehr gut. 1994 schließlich konnte er die Leitung der Druckerei an einen qualifizierten Laien übergeben und nach Deutschland zurückkehren.


Ales hat seine Zeit

Es folgten hier Untersuchungen und Kuren, um seine angegriffene Gesundheit wieder einigermaßen herzustellen. Und so wurde er schließlich – nach vielen Jahren seines treuen Missionseinsatzes in Ghana – in die damalige Norddeutsche Provinz der SVD versetzt. Hier übernahm er 1996 die Aufgabe eines Seelsorgers im Seniorenheim „Maria Hilf“ in Gemünd, mit gelegentlicher Hilfe in der Pfarrei und dem Dekanat.

Zum 1. September 2009 wurde er schließlich mit 85 Jahren für das Wendelinusheim in St. Wendel bestimmt. Sein damaliger Provinzial Bernd Werle schrieb ihm: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Schritt ins Wendelinusheim nicht einfach ist für Dich und Dir schwerfällt.“

Klar, dass nach so vielen Jahren im pastoralen Dienst mit seinen vielfältigen Fassetten ein Rückzug ins Seniorenheim nicht leicht ist. Pater Montag hat aber diese neue Herausforderung gut angenommen und sich aus dem aktiven Dienst in die Stille zurückgezogen. Seine ruhige und bescheidene Art hat ausgestrahlt. Zuletzt war er kaum noch in der Lage, aufzustehen oder im Rollstuhl zu sitzen. Das Wort des alttestamentlichen Predigers kommt hier zum Tragen: „Alles hat seine Zeit“ – und an uns liegt es, dies nicht nur zu erkennen, sondern dem zuzustimmen und diese Zeit als unmittelbare Vorbereitung auf die Begegnung mit dem barmherzigen Gott zu gestalten.


Wir Steyler Missionare danken Gott für das Leben und Wirken von Pater Montag und hoffen zuversichtlich, dass er nun das ewige Leben bei Gott erreicht hat.

Auf Grund der weltweiten Viruskrise feiern die Mitbrüder der Hausgemeinschaft von St. Wendel den Auferstehungsgottesdienst am Mittwoch, dem 02. September 2020 um 07.15 Uhr in der Kreuzkapelle des Missionshauses. Um 10.00 Uhr findet die Beisetzung auf unserem Klosterfriedhof statt.

An der Beerdigung kann man unter Wahrung der Vorsichtsmaßnahmen teilnehmen. Es wird allerdings eine Anmeldung an der Pforte des Missionshauses unter der Telefonnummer: 06851 – 8050 erbeten. Dort müssen die Daten erfasst werden.


St. Wendel, 02. September 2020


Pater Heinz Schneider SVD
Rektor des Missionshauses St. Wendel


Zur Vita von Vincenz Montag SVD.

 
 

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