Deutschland

Wie funktioniert Seelsorge auf Distanz?

24.02.2021

Bayern / Pater Dan Anzorge SVD berichtet über seinen Einsatz als Priesterlicher Leiter im Pfarrverband Altfraunhofen

Pater Dan Anzorge SVD begleitete für vier Jahre die Steyler Mission in Sankt Augustin als Verantwortlicher der Missionarischen Bewusstseinsbildung. Mittlerweile ist er bereits seit zwei Jahren im Pfarrverband Altfraunhofen in Bayern als Priesterlicher Leiter der Seelsorge tätig.

„Missionarische Bewusstseinsbildung ist nicht die alleinige Aufgabe des Missionsanimators oder des Missionssekretärs, denn jeder Steyler Missionar hat die Berufung, dieser Art von Bewusstseinsbildung nachzugehen. Wir machen das weltweite, kulturübergreifende Engagement der Steyler Missionare bekannt. So wollen wir ein Bewusstsein für Mission und christliche Werte schaffen und Menschen zur Solidarität mit den Armen und Ausgegrenzten dieser Erde einladen. Wir verbinden Menschen miteinander, die gemeinsam mit der Steyler Ordensfamilie Gutes tun möchten. Daher bin ich sehr dankbar, dass sich P. Dan Anzorge weiterhin in diesem Bereich engagiert“, so Pater Joseph Xavier Alangaram, Missionssekretär der deutschen Provinz.

Pater Dan Anzorge SVD berichtet über seinen Einsatz als Priesterlicher Leiter im Pfarrverband Altfraunhofen in einem Telefoninterview mit Frau Czora:

Pater Dan Anzorge, für welche täglichen Aufgaben sind Sie als Leiter der Seelsorge zuständig?

Zu meinen täglichen Aufgaben gehört es, Menschen in jeglicher Lebenssituation beizustehen. Hinzu kommen priesterliche Aufgaben wie die Feier der Gottesdienste, die Spende von Sakramenten, oder auch die Gestaltung von Andachten.

Im März letzten Jahres kam mir der Gedanke, gute Gespräche während eines gemeinsamen Spaziergangs anzubieten. Trotz der aktuellen Corona-Situation kann man auf diesem Weg den seelsorgerlichen Aufgaben nachgehen. Sei es eine Beichte, Beratung oder eine einfache Begleitung in der Natur.

Pater Dan Anzorge SVD
Pater Dan Anzorge SVD

Die Coronakrise fordert uns alle heraus. Denken Sie, Seelsorge auf Distanz ist eine Chance? Wie geht Seelsorge in Zeiten von Corona?

Corona hat uns gezeigt, dass man umdenken muss. Es hat sich bewiesen, dass Seelsorge auch auf Distanz funktionieren kann, nur der Wille muss da sein. Im März letzten Jahres kam zudem die Idee, im Garten unseres Pfarrhauses einen Kreuzweg aufzubauen. Mit diesem Bauprojekt habe ich versucht, den Menschen eine Möglichkeit zu geben, Zeit für sich und Gott zu nehmen. Zwar nicht in einer Kirche, dafür in der freien Natur. Auch hier entstanden zahlreiche Begegnungen und schöne Gespräche, da die Bewohner-/innen neugierig waren, was im Garten entsteht.

Mir war schon immer wichtig, dass ich zu den Menschen gehe, nicht andersherum. Sobald jemand das Bedürfnis hat, mit mir als Seelsorger zu sprechen, vereinbaren wir einen Termin und treffen uns außerhalb des Büros, meistens bei der Person Zuhause. In Corona Zeiten gestaltet sich das etwas anders. Ich segne das Haus und die Menschen, die darin leben und wir sprechen vor der Haustür mit entsprechendem Abstand. So hat man weiterhin den Zugang zu den Menschen und kann sie auch für die Arbeit der Steyler Missionare begeistern. Viele aus dieser Gegend wissen nämlich nicht viel über die Steyler Mission. Hier sehe ich mich berufen, das zu ändern.

Als Missionar haben Sie bereits viel Zeit in Kenia verbracht und kehren auch immer gerne dorthin zurück. Nun sind Sie als Pfarrer in Altfraunhofen tätig. Wie setzen Sie Ihre Mission in der Pfarrgemeinde um?

In der Pfarrgemeinde gestaltet sich das Gemeindeleben anders als in Kenia. Hier geht es mehr darum, den Gemeindemitgliedern die Bedürfnisse anderer Menschen nah zu bringen. Hier sehe ich es als meine Aufgabe, für Projekte zu werben, wie z.B. für die Gehörlosenschule in Moiben im Westen Kenias. Dieses Jahr am Dreikönigsfest haben wir unsere acht Messen unter freiem Himmel gefeiert und Spenden für dieses Projekt gesammelt. Zwar lief es anders als das Jahr zuvor, dennoch waren die Sternsinger motiviert und trugen ihre Sternsinger-Kostüme, auch wenn sie diesmal nicht von Haus zu Haus gezogen sind. Ich schätze es dennoch sehr, dass bei dieser Aktion 7.300 € zusammengekommen sind.

Als Missionar versuchen Sie auf anderen Wegen den Segen Gottes von Haus zu Haus zu bringen. Welche Mitbringsel überreichen Sie den Gemeindemitgliedern?

Wenn ich von Haus zu Haus gehe, habe ich immer die Steyler Missionskalender sowie gesegnete Aufkleber mit dem Segenswunsch "C + M + B" dabei. Bei jeder Begegnung merke ich, wie groß das Interesse ist, ob jüngere oder ältere Gemeindemitglieder.

Jeder von Ihnen möchte mehr über die Projektarbeit der Steyler Mission erfahren. In diesem Jahr konnte ich 300 Haushalte segnen. Auch durch den gegenseitigen Austausch auf Distanz steigt die Wissbegierde. Es ist fundamental, neue Menschen dazuzugewinnen. Ich bin für jede Unterstützung dankbar, denn die Spenden gelangen dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Pater Dan Anzorge ging von Haus zu Haus
Pater Dan Anzorge ging von Haus zu Haus
 

Vielen Dank Pater Dan Anzorge für Ihre Zeit und das interessante Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin ganz viel Freude bei Ihren bevorstehenden Aufgaben in der Pfarrgemeinde und vor allem Gesundheit.

Dominica Czora

 
Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
Melanie Pies-Kalkum

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