Philippinen

Ein Leben für die soziale Kommunikation

18.01.2021

Franz-Josef Eilers, Steyler Missionar * 11.5.1932 Emsdetten + 13.1.2021 Manila

Dank
Vortrag
 

Der beredte Westfale aus Emsdetten geriet in Fahrt, wenn es um die soziale Kommunikation ging. Das war sein großes Anliegen, dem er in Theologie und Kirche dienen wollte. Wenn wir am Ende seines langen und erfüllten Lebens seinen irdischen Weg nachzeichnen, tun wir das mit großer Dankbarkeit: Dank an Gott, der ihn in unsere Gemeinschaft geführt hat, Dank an viele seiner Weggenossen, die ihn begleitet und ermutigt haben und Dank an ihn, der immer mutig und mit all seinen Kräften für dieses wichtige Anliegen eingetreten ist.

Sein Einsatz für soziale Kommunikation zeigte sich auf allen Stationen seines engagierten Lebens. P. Eilers war aber mehr. Er war Seelsorger mit einem großen Herzen. Menschen führen, Menschen begleiten und begeistern; das war und blieb sein großes Anliegen. P. Eilers war ein engagierter Sohn Arnold Janssens und Missionar des Göttlichen Wortes. Er war es bis zu seinem Lebensende.

Jugend und Ausbildung
Franz-Josef Eilers wurde am 11.5.1931 in Emsdetten, Diözese Münster, geboren. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend bis er am letzten Tag des Jahres 1945 nach Bad Driburg kam, um dort sein Gymnasium zu beginnen.

Bad Driburg
Schon früh scharte er Freunde um sich, die mit ihm und den bescheidenen Mitteln, die ihnen nach dem Kriege zur Verfügung standen, eine Schülerzeitschrift „KDA“ (Kleiner Driburger Anzeiger“) herausbrachten. Er wusste die Möglichkeiten zu nutzen, die ihm das Internat anbot. „Als bald die Wachsmatrizen eine höhere Auflage ermöglichten, wurde aus dem KDA „Unser Weg“. Bald gaben wir auch Sonderhefte heraus, wie z.B. einen auf Kunst und Architektur ausgerichteten Wanderführer für Driburgs Umgebung unter dem Titel „Wandern und Schauen“.

Bei den Steyler Missionaren
Sankt Augustin: P. Schütte, Chinamissionar und Missiologe, sprach ihn eines Tages an, ob er nicht mit einer Gruppe von Fratres ein eigenes Presseapostolat gründen könnte?

„Ich stimmte zu. Wir mussten aber warten bis nach den ersten Gelübden (1.5.1955). Im Noviziat war so etwas unzulässig.“

„Im „Missionsapostolat Presse“ schrieben wir Nachrichten und Artikel über die SVD und Mission. Sie gingen an Diözesanblätter, Zeitungen und Zeitschriften. Zur Blütezeit waren wir ca. 20 Fratres, die in verschiedenen Gruppen arbeiteten, als Autoren, Redakteure, Fotografen, für Versand und Verwaltung.“

Vieles ergab sich wie von selbst: Ein Bildarchiv aufbauen, Redakteure heranbilden, die Zusammenarbeit der Gruppe „Missionar und Heimat“ suchen. Es entstand ein Klima, in dem künftige Missionare wichtige Haltungen einüben konnten. Missionswissenschaft und Ethnologie gaben den jungen Ordensleuten wichtige Impulse und Hinweise.

1959 band er sich durch die ewigen Gelübde an die Gemeinschaft der Steyler Missionare. Am 8.12.1959 empfing er die Priesterweihe. „Als wir dann unsere Petitio Missionis einreichen mussten, meldete ich mich bewusst für nichts und überließ es dem General, mich dorthin zu schicken, wo er wollte. Es war Studium der Publizistik für die Stadt Gottes, aber zunächst ein Jahr pastoraler Erfahrung als Abteilungspräfekt.“

„Seine erste Arbeitsbestimmung führte den jungen Priester also ins Mutterhaus nach Steyl. Hier machte er seine ersten praktischen Erfahrungen in Erziehung und Menschenführung. Im Team der Präfekten gefiel ihm die Arbeit sehr. Hier entstand seine erste, Veröffentlichung mit H. Helf und B. Mankau über Arnold Janssen (Er säte Gottes Wort. Steyl 1962, 1987).

Er begann sein Studium in Münster (1961) bei Prof. Prakke: Publizistik, Kunstgeschichte und Missionswissenschaften. Für seine Promotion machte er Forschungen in Neuguinea über die Kommunikation schriftloser Kulturen in Nordost-Neuguinea.

Dabei halfen ihm die Erfahrungen der lange im Lande tätigen Missionare vor Ort, ihre Kenntnis der gesellschaftlichen Zusammenhänge und der Kommunikationsformen der verschiedenen Stämme.

Im Februar 1967 schloss er sein Studium mit der Promotion ab. In Rom wartete schon P. Schütte, um ein Kommunikationssekretariat anzufangen, was aber an seinem Rat scheiterte. P. Eilers war zuständig für die Publikationen des Generalates und Berater in Fragen der Kommunikation.

An die Arbeit - Europa
Rom gab ihm die Möglichkeit, zwei Jahre lang, seine weltweite Missionsgesellschaft aus einer neuen Perspektive zu sehen.

Er knüpfte Kontakte mit anderen Generalaten und internationalen publizistischen Gremien. Die Jesuiten waren damals unter P. Arrupe sehr interessiert an der Kommunikationsforschung. Er wurde Mitglied in der Beratungsgruppe, aus der zunächst in London das „Center for Social Communication and Culture“ hervorging.

In dieser Zeit (1968) gründete er mit Michael Schmolke und Karl Höller die Fachzeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft „Communicatio Socialis“. Der Name der Zeitschrift erinnert an Decretum de instrumentis Communicationis socialis „Inter mirifica“. Es war das erste Dekret der katholischen Kirche über Kommunikationsmittel. Eine besondere Aufgabe der Zeitschrift sah er in der Sammlung und Zusammenfassung von Nachrichten der Ereignisse im Bereich der kirchlichen Publizistik auf der ganzen Welt.

An der Gregoriana gab er Vorlesungen in interkultureller Kommunikation (bis 1996). Die Union Catholique de la Presse (UCIP) mache ihn zum Mitglied ihrer „Entwicklungskommission“. Sie war zuständig für die katholische Presse in Entwicklungsländern. Wie von selbst war er beteiligt an Beratungen, die zur Gründung (16.6.1969) des Catholic Media Council (CaMeCo) führten.

Auf Wunsch von P. Schütte übernahm er Ende 1969 (als Halbstelle) die Verantwortung für Soziale Kommunikation in der „Kommission für Gesellschaft, Entwicklung und Frieden“ (Sodepax) beim Weltkirchenrat in Genf. Für diese 18 Monate teilte er sein Leben zwischen Rom und Genf. In Aachen suchte man damals einen Geschäftsführer für (CaMeCo), da Karl Höller Generalsekretär von Missio geworden war.

Aachen
1971/1985 leitete er das Catholic Media Council (CaMeCO) in Aachen. Nach 13 Jahren bei CaMeCo ermutigte ihn P. Heekeren, wieder der SVD zur Verfügung zu stehen. Nach einer einjährigen Kündigungszeit wurde Sankt Augustin sein neuer Standort (1985). Als Dozent an der dortigen Hochschule, nahm er regelmäßig Lehraufträge wahr in Tagaytay, Philippinen, an der Gregoriana sowie an der Universität der Salesianer in Rom, je ein Semester in Melbourne und Maynooth.

Asien
Die Vorlesungen an verschiedenen Orten brachten natürlich viele persönliche Kontakte mit sich, vor allem in der Verantwortung als Spiritual. Ursprünglich sollte er im SVD-Priesterseminar in Tagatay City verantwortlich sein für die spirituelle Begleitung der Studenten. Das hat er eigentlich immer und überall getan. Sehr schnell kam er in den Vorlesungsbetrieb hinein. Missiologie, Spiritualität und natürlich seine soziale Kommunikation waren Themen in Vorlesungen, Forschung und Publikationen.

Lehraufträge bekam er auch von anderen Hochschulen und Universitäten: University of Santo Tomas, Manila, University of the Philippines Los Baños.

1988 wurde er der Philippinischen Zentralprovinz zugeschrieben mit Sitz in Manila. In den über drei Jahrzehnten auf den Philippinen konnte er seine Fähigkeiten und seinen Eifer voll entfalten und zum Wohle vieler einsetzen. Er forschte und publizierte, er war federführend in vielen Gremien. Reiste viel und war ein beliebter Redner, wenn es um die soziale Kommunikation in Kirche und Welt ging.

1995 ernannten ihn die Bischöfe der asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) zum Leiter des „Office for social Communication“ (OSC). So musste er seinen Wochenplan neu organisieren: Vier Tage im Seminar in Tagaytay und drei Tage in Manila im Büro der FABC. Diese Arbeit brachte natürlich viele Reisen mit sich. So musste er seine jährlichen Verpflichtungen in Rom beenden. Das erlaubte ihm, jedes Jahr alle Verantwortlichen der Kommunikation in den verschiedenen Bischofskonferenzen (aus 14 bis 18 Ländern) Asiens eine Woche lang zusammen zu holen, um anstehende Fragen und Planungen der sozialen Kommunikation zu besprechen und zu bearbeiten. Ab 1997 kamen auch Seminare für Bischöfe und deren Vertreter hinzu. Themen waren: Öffentlichkeitsarbeit der Bischofskonferenzen, moderne Kommunikationstechniken und ihre Bedeutung für die Kirche, Ausbildung der Priester in Sachen sozialer Kommunikation.

Diese Arbeit trug Früchte in der Gründung des „Asian Research Center for Religion and Social Communication“ in Bangok (1999) und in der Gründung einer „Radio Veritas Asia Foundation“ in den Philippinen zur Unterstützung des katholischen Kurzwellensenders „Radio Veritas Asia“ (RVA). Er sendet in 17 verschiedenen Sprachen.

Im Juni 2000 begann er an der altehrwürdigen „University of Santo Tomas“ in Manila, der ältesten Universität Asiens (1611) einen Magisterkurs für Theologie mit Spezialisierung Soziale-Pastorale Kommunikation. Er ist von der Regierung anerkannt.

Aus all diesen Aktivitäten gingen natürlich etliche Publikationen hervor: Ein Textbuch für Interkulturelle Kommunikation (Communication between Cultures, 1992; eine Zusammenstellung aller wichtigen kirchlichen Dokumente zur sozialen Kommunikation der Kirche (seit 1936) (Church and Communication, Basic Documents, Manila 1997), ein Textbuch für den Grundkurs sozialer Kommunikation (Communication in Community, 1994). Er brachte viele seiner Veröffentlichungen auch in indischen Ausgaben heraus. 1999 erschien Priestly Spirituality, Treasures and Experiences, 1999, in dem er seine Erfahrung als Spiritual darlegt.

Für sein großes Engagement und seine vielen Initiativen, durfte P. Eilers allerlei Auszeichnungen und Ehrungen erfahren. Die Saat ging auf und trug Früchte. Die zahlreichen Nachrufe unterstrichen seine Bedeutung als eine „Leuchte in der Kommunikation“, als Buchautor, als Professor, Berater und Organisator.

P. Eilers hat ein hohes Alter erreicht und blieb bis zu seinem Tod ein aktiver und fleißiger Arbeiter im Weinberg des Herrn. Dankbar konnte er auf seinen Lebensweg blicken, der sich schon in frühen Jahren in Bad Driburg abgezeichnet hatte.

„Ich finde es faszinierend, im persönlichen Bereich als Spiritual und Seelsorger junge Menschen auf dem Weg zum Priestertum und Priestern in ihrem Dienst begleiten zu dürfen. Ebenso fand ich persönliche Erfüllung in dem Auftrag, an den kontinentalen Strukturen der Kirche Asiens mitwirken zu können.“

Der rastlose P. Eilers fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der Steyler Missionare in Quezon City.

Steyler Mission, Sankt Augustin

 
Melanie Pies-Kalkum

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