Indonesien

Pater Josef Wiese - ein Leben für die Mission

18.11.2020

„Ich bin Missionar geworden, weil ich davon überzeugt bin, dass das Evangelium unser Leben gestalten und sinnvoll machen kann. Deshalb müssen wir es in Wort und Tat bezeugen“! Dafür stand Josef Wiese, der am 14. November in Flores verstarb. Danach hat er gelebt. Dafür sind wir ihm dankbar.

Pater Josef Wiese wirkte fast 60 Jahre in Indonesien
Pater Josef Wiese wirkte fast 60 Jahre in Indonesien

Josef Wiese ist das jüngste der sieben Kinder von Heinrich und Elisabeth geb. Dolselmann; sechs Buben und ein Mädchen. Er verlebte seine Jugend in der Bauernschaft Beverbruch; sie gehört zur Gemeinde Garrel im Landkreis Cloppenburg im Oldenburger Münsterland, Niedersachsen. Seine Volksschule fiel in die Zeit des 2. Weltkrieges. Danach setzte er seine schulische Ausbildung fort bei den Steyler Missionaren in St. Arnold. P. Bernhard Bronstering SVD war in diesen Jahren (1946/48) Seelsorger in seiner Hei-matpfarrei. Er hat ihm den Weg zu den Steylern gezeigt.

Ausbildung bei den Steyler Missionaren

Nach dem Abitur in St Xaver, Bad Driburg (1955), begann er das Noviziat in Sankt Augustin und machte dort seine weitere Vorbereitung und Ausbildung für die künftige Missionsarbeit. Am 29. Oktober 1961 wurde er dort zum Priester geweiht. Es folgte ein pastorales Jahr in München und seine unmittelbare Vorbereitung auf die missionarische Arbeit auf Flores, Indonesien.

Junger Missionar auf Flores

Am 15.8.1962 kam P. Wiese in der Hauptstadt Jakarta an. Von dort ging es nach Flores, dem Ziel seiner Wünsche. Zunächst bekam er in Matoloko Gelegen-heit, gut Bahasa, die indonesische Nationalsprache, zu lernen und sich mit Sitten und Gebräuchen seines Arbeitsgebietes vertraut zu machen.
P. Wiese wollte in der direkten Seelsorge arbeiten. Der Erzbischof von Ende ernannte ihn als Kaplan in der Pfarrei Boawae, Nagekeo. Schon ein Jahr später wurde P. Wiese Pfarrer in der Pfarrei Ndora.
So einem jungen, hoffnungsvollen Missionar konnte man schon etwas zumuten. Die Nachbarpfarreien Danga, Riti und Nagaroro hatten keinen Pfarrer vor Ort. Mit der Sorge um diese Pfarreien lud ihm sein Bischof kurzerhand auch noch den Dienst des Dechanten von Boawae auf.
Im Juni 1978 wollte der Bischof ihn in Boanio haben. Doch der Umzug zog sich lange hin. Immer wieder gab es Verzögerungen, auch andere Bestimmungen, die dann aber auch nicht zustande kamen. Erst am 7. August 1981 kam die endgültige Versetzung von P. Josef Wiese als Pfarrer von Boanio. P. Josef fand seine Lebensaufgabe in dieser Pfarrei! Hier blieb er bis zu seinem Tod.

Dem ‚aktiven‘ Ruhestand entgegen

Kurz vor seinem 66. Geburtstag, bat P. Josef seinen Provinzial ihn aus Alters- und Gesundheitsgründen als Pfarrer von Boanio zu entpflichten. Er erklärte das mit seiner strapazierten Gesundheit: Als Pfarrer im Gebiet von Nagekeo musste er lange Jahre ausgedehnte Pastoralbesuche zu den vielen Aussenstationen zu Pferd machen. Das hat an seinen Kräften gezehrt. Ausserdem lässt sein Gehör sehr stark nach, deshalb kann er oft nicht genau verstehen, was die Leute meinen, wenn sie ihm ihre Anliegen vortragen. Er ist aber bereit, weiterhin der Pfarrei als Kaplan zu dienen.
Der Provinzial leitete seinen Wunsch an den Bischof weiter. Der Erzbischof von Ende gab diesem Gesuch statt. Im Februar 1999 entpflichtete er P. Josef als Pfarrer und ernannte ihn gleichzeitig zum Kaplan der Pfarrei Boanio. Als er 75 wurde bat er, in den Ruhestand treten zu dürfen. Sein Wunsch war, in der Pfar-rei Boanio bleiben zu dürfen. Am 25. Januar 2006 entsprach der Bischof den Wünschen des verdienten Missionars.

Rüstiger Pensionär

Sowohl in Ndora wie auch in Boanio hat P. Josef viel gebaut, Schulen, Kapellen in den Außenstationen wie auch in der Hauptpfarrei. An die Kapellen der Aus-senstationen baute er jeweils ein oder zwei Zimmer an, zum Übernachten. Alles was er tat und baute, war immer gut durchdacht und sehr solide!
P. Josef hat vielen Pfarrangehörigen finanziell geholfen. Als Dank dafür hat die Bevölkerung ihm ein ausgedehntes Stück Land übereignet, günstig gelegen gleich im Anschluss an den Pfarrhof.
Dieses Land hat P. Josef aufgeteilt, einen Teil für die Bedürfnisse der Pfarrei (Diözese) und einen Teil für die Provinz der Steyler Missionare. Auf dem Gelände der Steyler hat P. Josef ein kleines Haus für sich selber als Pensionärswohnung errichtet. Ein viel größeres Projekt auf diesem Gelände war das Exerzitienhaus vom „Göttlichen Wort“. Auch einige kleinere Gebäude kamen hinzu, die sich als sehr nützlich erwiesen, als die Provinz SVD-Ende ein Postulat für Kandidaten einrichten musste. Am 8. September 2014 wurde das Postulat St. Arnold in Boanio von P. Provinzial Leo Kleden offiziell eröffnet.
Ausser dem Grundstück im Anschluss an den Pfarrhof in Boanio hat P. Josef auch noch einige andere Ländereien von der Bevölkerung im Gebiet von Ra-tedao bekommen. Diese werden jetzt von der SVD Provinz Ende landwirtschaftlich genutzt. Ein Teil der Ländereien wurde auch an die Provinz der Steyler Schwestern (SSpS) gegeben. Sie nutzen das Gelände als Einnahmequelle für ihre missionarischen Aufgaben auf Flores.
Im Rückblick wird deutlich, P. Josef hat sich sein ganzes Leben lang als Priester, Ordensmann und Missionar für die Gemeinden und die Bevölkerung im Gebiet von Nagekeo eingesetzt.
P. Lukas Jua, Provinzial der Endeprovinz, fasst seinen Nachruf (14.11. 2020) folgendermassen zusammen: „Viele Menschen durften seine Güte und Einsatzbereitschaft erfahren. Wir hoffen und beten, dass P. Josef, der so vielen Menschen im Ende-Gebiet zu einer irdischen Wohnung verholfen hat, jetzt auch in den Genuss der ewigen Wohnung im Himmel kommt. So hat es Jesus versprochen."

 

Medienredaktion
Ulla Arens
+49 (0) 2241 / 2576-437
presse@steyler-mission.de

 

Datenschutz  |  Kontakt  | Sitemap  |  Impressum  |  Suche