Brasilien

Bischof Werner Siebenbrock verstorben

30.12.2019

An Heiligabend starb Bischof Werner Siebenbrock im Alter von 82 Jahren in Brasilien, wo er sein Leben lang wirkte

„Hin zu Gott“, so war vor vier Jahren die Feier des Goldenen Priesterjubiläums von Bischof Werner Siebenbrock überschrieben, das er mit acht seiner Mitbrüder in Sankt Augustin feierte. Dieses Wort erfüllte sich für ihn am Heiligabend um 21 Uhr brasilianischer Zeit, als Gott ihn zu sich heimrief.

Kindheit und Ausbildung
Bischof Werner Siebenbrock wurde am 27.09.1937 im Franziskushospital zu Münster als Sohn von Friedrich Heinrich Siebenbrock und dessen Ehefrau Josefa Ignatia, geb. Werner geboren. Er wuchs im nahen Mecklenbeck auf und machte am Ratsgymnasium in Münster sein Abitur. Nach der Bundeswehrzeit wollte er eigentlich eine militärische Laufbahn als Ingenieur einschlagen, verließ dann aber die Bundeswehr, um Priester zu werden: „Er wollte seinem Leben einen tieferen Sinn geben und für andere Menschen da sein.“ So schloss er sich 1958 den Steyler Missionaren an. Er machte seine priesterlichen Studien im Missionshaus St. Gabriel bei Wien und in Sankt Augustin. Hier wurde er am 18.12.1965 zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er 10 Tage später in seiner Heimat.

Missionsbestimmung: Brasilien
Im Frühjahr 1966 reiste Bischof Siebenbrock nach Brasilien aus, wo er sein Leben lang lebte und wirkte. Zunächst war er 14 Jahre lang als Kaplan und Pfarrer in der Gemeinde Cristo Redentor (Christus Erlöser) tätig. Die Pfarrei liegt unterhalb der berühmten Christusstatue auf dem Berg Corcovado in Rio de Janeiro. Danach leitete er das Priesterseminar der Diözese und war als Bischofsvikar tätig. Im Jahr 1987 wählten ihn die Steyler Missionare der brasilianischen Nordprovinz zu ihrem Provinzial. Im Jahr darauf wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Belo Horizonte ernannt und zum Titularbischof von Tacia Mintana. Die Bischofsweihe empfing er am 18. Dezember 1988. Als Papst Johannes Paul II. den groß gewachsenen Bischof Jahre später traf, bezeichnete er ihn als „seinen größten Bischof in Brasilien“. Er erwiderte: „Nicht der Größte, Eure Heiligkeit, nur der Längste.“ Am 9. November 1994 wurde Werner Siebenbrock zum Bischof von Nova Iguaçu ernannt und am 19. Dezember 2001 zum Bischof von Governador Valadares. Er tat seine Arbeit unter oft schwierigen Verhältnissen. Armut, Gewalt und Korruption gehörten zum Alltag der Menschen. Er selbst wurde mehrere Male tätlich angegriffen. Doch zeigte er stets seine selbstlose Einsatzbereitschaft. Mit der Hilfe engagierter Menschen in Brasilien und vieler Freunde und Gruppen in Deutschland initiierte er soziale Projekte wie Kindergärten und Arbeitskooperativen. Sehr am Herzen lag ihm die Zukunft seiner Diözesanjugend. Für sein engagiertes Wirken wurde er in den Städten Rio de Janeiro, Belo Horizonte und Governador zum Ehrenbürger ernannt. Vor allem auch aus der Partnerschaft mit seiner Heimatgemeinde entstanden zahlreiche gemeinsame Projekte. „Für viele Christen aus Münster ist Bischof Siebenbrock ein Symbol christlicher lebendiger Verbundenheit in der ganzen Welt“, so heißt es in einem Artikel über ihn.

Krankheit und Tod
Bereits zu seinem Goldenen Priesterjubiläum waren Bischof Werner Siebenbrock die langen und arbeitsreichen Jahre in Brasilien anzusehen. Er verbrachte die letzten Jahre in Juiz de Fora, wo er liebevolle Pflege erfuhr. Am Vortag des 4. Adventssonntags fühlte er sich unwohl und wurde ins dortige Krankenhaus gebracht, wo er am 24. Dezember starb. In einem bewegenden Aufer-stehungsgottesdienst nahmen die Menschen am 26. Dezember in der Kirche St. Sebastian in Juiz de Fora Abschied von ihm.




 

Medienredaktion
Ulla Arens
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Melanie Pies-Kalkum, in Elternzeit

 

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