Italien

Steyler Schwestern engagieren sich auf Lampedusa

18.07.2016

Die Steyler Missionsschwester Carmen Elisa Bandeo hat - gemeinsam mit Schwestern anderer Orden - das Projekt Projekt Migrantis Sicilia aufgebaut. Die Ordensfrauen wollen eine Brücke zwischen den Migranten und der Lokalbevölkerung sein.

Schwester Carmen Elisa Bandeo (Foto: SSpS)
Schwester Carmen Elisa Bandeo (Foto: SSpS)

Als im Oktober 2013 300 Flüchtlinge vor der Küste Lampedusas ertranken, fand der Papst mahnende Worte für die Weltgemeinschaft: „Wo ist dein Bruder? Die Stimme des vergossenen Blutes schreit auf zu mir, sagt Gott. Das ist keine Frage, die sich an andere stellt, das ist eine Frage, die an mich gerichtet ist, an dich, an jeden von uns.“

Die Steyler Missionsschwester Carmen Elisa Bandeo, bei den Steyler Schwestern zuständig für Gerechtigkeit und Frieden, fühlte sich angesichts dieser Tragödie aufgerufen, nicht wegzuschauen. Sie fand Mitstreiterinnen in Schwester Fernanda von den Comboni Missionarinnen vom Herzen Jesu und anderen Schwesternorden. „Wir spürten, dass die Präsenz von Ordensleuten hier gefragt war, um Zeugnis zu geben vom Glauben an die Liebe, die Leben hervorbringt und Hoffnung schenkt.“

Unterstützt und finanziert vom der Internationalen Union der Generaloberinnen begann das Projekt Migrantis Sicilia. Der Bischof von Agrigento/Sizilien half den Schwestern, ihre Idee zu entwickeln: eine Gemeinschaft von mobilen Ordensfrauen, die versucht, mit den Flüchtlingen Kontakt aufzunehmen und eine Brücke zu sein zwischen den Migranten und der Bevölkerung. So soll ein Netz von Beziehungen zwischen diesen beiden Lebenswelten aufgebaut werden und Gemeinschaft entstehen. „Für den Bischof war schon die Tatsache, dass Schwestern verschiedener Kongregationen und Herkunft zusammenleben und –arbeiten, ein wichtiges Signal“, weiß Schwester Carmen Elisa, die für die Steyler Schwestern von Rom aus das Projekt begleitet.

Flüchtlinge kurz nach ihrer Ankunft in Europa (Foto: Alexandre Rotenberg/shutterstock.com)zoom
Flüchtlinge kurz nach ihrer Ankunft in Europa (Foto: Alexandre Rotenberg/shutterstock.com)

Seit sechs Monaten leben zehn Schwestern aus Argentinien, Äthiopien, Eritrea, Frankreich, Indien, Italien, Polen und Kongo auf Sizilien. Sie stammen aus acht verschiedenen Orden, haben in diversen afrikanischen Ländern gearbeitet und sprechen viele verschiedene Sprachen. Das hilft ihnen, mit den afrikanischen Flüchtlingen, die auf Sizilien ankommen, Kontakt aufzunehmen. Die Gemeinschaft besteht aus zwei Teams zu je fünf Schwestern , die von verschiedenen Orten aus arbeiten. „Sie kamen nicht mit einem fertigen Programm“, berichtet Schwester Carmen Elisa. „Die Schwestern nehmen sich Zeit zu beobachten, zu verstehen und mit Akteuren aus Kirche, Politik und Nichtregierungsorganisationen hier in Kontakt zu treten. Wir versuchen so zu entdecken, was aktuell gebraucht wird.“ 

Die Schwestern erleben große Offenheit, viel Unterstützung und Solidarität von Laien, aber auch Türen, die sich schließen. Für Schwester Carmen Elisa eine wichtige Erfahrung: „Alle haben die Sicherheit der eigenen Ordensgemeinschaft und ihrer vertrauten Arbeit hinter sich gelassen, um sich auf das Abenteuer des Unbekannten einzulassen: eine neu zu erlernende Sprache, eine unbekannte Mentalität, eine andere Art zu beten. In gewisser Weise erleben sie am eigenen Leib, was es heißt, in der Fremde anzukommen und Fuß zu fassen.“

Christina Brunner

 

Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
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