Indien - Landwirtschaft sichert Zukunft

24.03.2021

Osteraktion der Steyler Mission für Menschen im Nordosten Indiens

Situation vor Ort

„Wie soll ich nur meine Familie in der Zukunft ernähren?“ fragt sich der 25-jährige Prasanjit Sangma. Mit seiner Mutter und den vier Geschwistern wohnt er im Bundesstaat Tripura im Nordosten Indiens. Seit Mai 2020 lebt er wieder bei seiner Familie. Fünf Jahre arbeitete er als Koch in einem Restaurant in Bangalore. Sein Jahresverdienst betrug 13.000 Rupien – 140 €. Genug, um die Familie aus der Ferne zu unterstützen.

Aktuell kann er nicht zurück. Die Pandemie Covid-19 macht alle Pläne zunichte. Als Alleinverdiener versucht Prasanjit die Familie als Tagelöhner über Wasser zu halten. Das gelingt ihm nur schwer, denn sein Wohnbezirk Dhalai ist eine der rückständigsten und ärmsten Gegenden in Tripura. Andere Dorfbewohner sammeln Feuerholz und tragen es zum lokalen Markt und versuchen es dort für umgerechnet 1,50 € zu verkaufen.

Die Steyler Organisation Oisho Bani Society (OBS) startet ein Agrarwirtschaftsprojekt. Prasanjit will hier Fachkenntnisse über Gemüse- und Reisanbau sowie über Bewässerung für Äcker vermittelt bekommen. Hoffnung keimt in ihm auf. „Nach den Schulungen durch OBS will ich ein Restaurant eröffnen. So bleibe ich hier bei meiner Familie und wir können uns zukünftig selbst versorgen.“

Pater Kennady mit Prasanjit Sangma und seiner Mutter
Pater Kennady mit Prasanjit Sangma und seiner Mutter

Unser Projekt

Hilfe zur Selbsthilfe ist der Hauptansatz, den Pater Jeevan Kennady SVD mit seinem Landwirtschaftsprojekt verfolgt. Als Steyler Missionar und Direktor der OBS wird er in dem Bezirk Dhalai elf Dörfer mit 2.435 Familien einbeziehen. Für insgesamt 12.699 Personen ist es von Nutzen.

Die Landwirtschaft hilft den Einheimischen zu überleben, obwohl ihre Agrarkenntnisse nur aus Überlieferungen ihrer Vorfahren stammen.

An erster Stelle steht mit 75% der Reisanbau. Durch einseitige Kultivierung verringert sich die Bodenfruchtbarkeit. Es gibt keine Bewässerungssysteme. Die einzige Ernte hängt von der Regenperiode ab und führt zu einer ganzjährigen Ernährungsunsicherheit.

Ein geringer Ernteanteil wird auf dem regionalen Markt verkauft. Unverkaufte Ware können die Dorfbewohner sich nicht leisten. Mittelsmänner kaufen so zu geringen Preisen die angebotene Ware an und verkaufen diese wiederum auf dem nächstgrößeren Markt, was den Einheimischen wegen fehlender Transportmittel nicht möglich ist.

„Die Menschen kämpfen schon lange mit dem Kreislauf aus Armut und Arbeitslosigkeit“ sagt Pater Jeevan. „Das will ich ändern.“

Pater Kennady besucht eine Stammesfamilie
Pater Kennady besucht eine Stammesfamilie

Pater Jeevan und sein Team wollen binnen drei Jahren

  • die Ernährungssicherheit von mindestens 60% der Familien mit nachhaltigen Landwirtschafts-praktiken und Viehzucht verbessern.
  • den ökologischen und nachhaltigen Landbau bei 30% der Familien beginnen und so einer einseitigen Kultivierung vorbeugen sowie eine Erntesteigerung bewirken.

Seminare (auch für staatliche Programme zum Bau von Pumpenhäusern), der Aufbau von Viehzucht (z.B. Ziegen, Schweine, Hühner) sowie Gartenanbau bilden weitere notwendige Programminhalte zur Unterstützung des eigenen Lebensunterhaltes.

Die Gründung lokaler Bauernvereine bezieht aktiv die männlichen und weiblichen Landwirte bei Entscheidungsprozessen mit gleichem Stimmrecht mit ein. Sie nehmen eine wichtige Rolle für den Wissenstransfer, Identifizierung von lokalen Kulturen und Böden, als auch zur lokalen Regierungsverwaltung ein.

So schaffen Pater Jeevan und die Dorfmitglieder zusammen einen tragfähigen Boden für ein selbstbestimmtes Leben!

Kinder mit Ziegen
Kinder mit Ziegen
Stammesfamilie im Bezirk Dhalai
Stammesfamilie im Bezirk Dhalai
 

Ihre Mithilfe

Die Kosten* für das Agrarwirtschaftsprojekt von Pater Jeevan Kennady SVD betragen 41.150 €.

So können Sie den Menschen im Bezirk Dhalai konkret helfen:

  • Mit Ihrer Spende von 30 € können wir ein Schulungsseminar zum Thema Gemüse- und Obstkulturen durchführen.
  • Die Identifikation von einheimischem Saatgut, deren Lagerung und Gründung von Samenbanken ermöglicht Ihre Spende von 80 €.
  • Mit Spenden von insgesamt 230 € können viermal im Jahr Bodenanalysen durchgeführt werden und maßgeblich zum Projekterfolg beitragen.

Eine Vielzahl von Schulungen müssen durchgeführt, Samenbanken angelegt und Tiere angeschafft werden.

Es gibt noch viel zu tun, daher ist uns jeder Euro eine willkommene Hilfe!

* Bei vorzeitiger Ausfinanzierung werden Geldspenden für gleichgelagerte Projekte verwendet.

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