Indien
19.12.2011
Im ostindischen Bundesstaat Orissa ist der 47-jährige katholische Katechist und Menschenrechtskämpfer Rabindra Parichha ermordert worden. Das bestätigte der Steyler Erzbischof John Barwa dem Fidesdienst.
„Ich bin sehr traurig im Hinblick auf dieses tragische Ereignis“, wird der Erzbischof zitiert. „Ich kannte Parichha persönlich, er war mein Schüler. Er war für viele Dörfer im Distrikt Kandhamal eine Bezugsperson. Die Gläubigen werden ihn vermissen.“
Die Polizei ermittelt laut Fidesdienst bereits im Mordfall. Die Leiche sei auf dem Campus des Collegs „Kabi Samrat Upendra Bhanja“ gefunden worden. Am Vorabend habe der Katechist auf seinem Handy den Anruf eines Nachbarn erhalten und war danach nicht nach Hause zurückgekehrt. Seine Frau und seine Kinder hatten ihn gesucht und bei der Polizei als vermisst gemeldet, bis er schließlich tot aufgefunden worden sei. Er habe am ganzen Körper Verletzungen aufgewiesen.
Parchhia war seit drei Jahren unter anderem beim „Orissa Legal Aid Centre“ der christlichen Kirchen in Orissa beschäftigt. Ein Mitarbeiter des OLAC, Prasan Kumar Bishoyi, beschreibt Parichha als engagierten Menschenrechtskämpfer. Das Mordmotiv könne mit diesem Engagement in Verbindung stehen. Man schließe nicht aus, dass es sich bei den Mördern um radikale Hindus handelt. Wie aus lokalen Berichten hervorgeht, ist dies bereits der dritte Mord an einem christlichen Aktivisten seit Beginn des Jahres in Orissa.
Erzbischof Barwa kommentiert im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Für Gewalt gibt es keine Rechtfertigung. Das Leben ist uns von Gott geschenkt und niemand hat das Recht, es uns zu nehmen. Wir kennen die Tatmotive und die Täter noch nicht. Doch wir müssen nach der Wahrheit suchen und dazu werden wir auch die zuständigen Behörden auffordern“. Vor dem Hintergrund dieser weiteren tragischen Episode werde sich der Steyler Erzbischof in den kommenden Tagen in seiner Weihnachtsbotschaft an die Gläubigen wenden: „Ich möchte sie dazu ermutigen, das Leben mit den Augen der Hoffnung zu betrachten“, so Barwa. „Denn Weihnachten ist das Fest, an dem Gott zu den Menschen kommt.“
Markus Frädrich
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