Kongo (Republik)

Bischof Gaspard Mudiso SVD wird heute 70

23.12.2011

Gaspard Mudiso, der Bischof von Kenge, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Mitbrüder und Weggefährten nehmen dies zum Anlass, um den Werdegang des ersten einheimischen Steyler Missionars aus der Demokratischen Republik Kongo aufzuzeigen – und insbesondere seine Verdienste im Generalat der Steyler Missionare zu würdigen.

Jean Gaspard Mudiso Mund’la wurde am 23.12. 1941 in Kibaya bei Bandundu geboren. 1962 begann er sein Noviziat in Kalonda. Für sein zweites Noviziatsjahr ging er nach Padua, wo er auch seine philosophischen Studien absolvierte. Theologie studierte er in Rom. Es war eine Zeit des Aufbruches und der Erneuerung des Konzils.

Gaspard Mudiso SVD
Gaspard Mudiso SVD

Kurz nach seiner Priesterweihe am 8. Dezember 1968 in Rom gründete er in Bandundu gemeinsam mit seinen Mitbrüdern Eduard Dieter Skweres und Werner Bach ein Bibelzentrum (Centre d’Apostolat Biblique = CAB), das sich inzwischen auf andere Städte und Zentren ausgebreitet hat. Mudiso studierte in Münster Exegese und Bibelwissenschaft und schloss sie mit dem Doktorat in München ab. „Aus dieser Zeit stammt auch sein bayrischer Akzent und die Tatsache, dass er unter den kongolesischen Bischöfen einer der wenigen ist, die von Zeit zu Zeit ein Glas Bier nicht verachten“, sagt der Steyler Kongo-Missionar Hugo Tewes über seinen Mitbruder.

Am 2.3.1983 kehrte Mudiso in den Kongo zurück, war zunächst Kaplan in der Christ-Königs-Pfarrei in Kinshasa und dozierte Exegese an der katholischen Fakultät Kinshasa. Ab 1984 war Mudiso verantwortlich für die Ausbildung der kongolesischen Philosophie- und der Theologiestudenten des Ordens. 1985 wurde er auch Mitglied des Provinzrates und Vize-Provinzial. 1994 wurde er von den Mitbrüdern seiner Provinz als Delegierter zum Generalkapitel gewählt. Dort legte er vor allen Kapitularen ein überzeugendes Zeugnis für Afrika ab, das er als den Kontinent der Hoffnung charakterisierte. So erreichte er es, dass zwölf Jahre lang die missionarische Tätigkeit seines Ordens in Afrika vom Generalat als Priorität angesehen und dementsprechend unterstützt wurde – personell wie finanziell.
Dasselbe Generalkapitel wählte ihn auch – als Sprecher Afrikas – zum Mitglied des siebenköpfigen Generalrats. Durch diese Tätigkeit konnte er vor der obersten Leitung der Kirche nicht unbemerkt bleiben. 1998 wurde er zum Koadjutor des Bischofs von Kenge, Dieudonné M’Sanda (1935-2001) ernannt, 1999 zu dessen Nachfolger.

Bischof Mudiso, umrahmt von SVD-Generalsuperior Antonio Pernia (links) und Pater Franz Bosold SVD (rechts)
Bischof Mudiso, umrahmt von SVD-Generalsuperior Antonio Pernia (links) und Pater Franz Bosold SVD (rechts)

Auch als Bischof blieb er dem Göttlichen Wort treu, dem er sich durch seine Ewigen Gelübde für immer verpflichtet hatte. Als die kongolesische Bischofskonferenz 2008 einen Vorsitzenden für die neu geschaffene Kommission für die Bibelpastoral suchte, bot sich seine Kandidatur wie selbstverständlich an. Als deren Vorsitzender nahm er vom 5. bis 26. Oktober 2008 an der Bischofssynode über das “Wort Gottes” teil, deren Resultat Papst Benedikt XVI später in dem Dokument “Verbum Domini” zusammenfasste und veröffentlichte. Es handelt sich dabei um ein erstes Handbuch der Kirche zum Bibelapostolat. Bevor Mudiso den Vorsitz der neuen Kommission übernahm, war er bereits Vorsitzender der Kommission für Glaubensfragen, was er auch heute noch ist.

Die Diözese Kenge, die Bischof Mudiso seit 1999 leitetzoom
Die Diözese Kenge, die Bischof Mudiso seit 1999 leitet

Als Präsident der Kommission für das Bibelapostolat hat Mudiso es bei seinen Bischofskollegen durchgesetzt, dass sich die Kirche im Kongo seit 2008 einen ganzen Monat speziell der Bibel und dem Bibelapostolat widmet. Dafür wurde der Monat September gewählt, weil am 30. des Monats das Gedächtnis des großen Bibelkenners und Bibelübersetzers Hieronymus gefeiert wird.

Ordensintern gibt Bischof Mudiso seine Bibelkenntnisse gerne weiter. So nahm er vom 18. bis 23. September dieses Jahres in Madagaskar an einem Treffen der Koordinatoren des Bibelapostolates des Ordens für ganz Afrika/Madagaskar teil.
„Auch als Bischof ist Gaspard Mudiso der einfache und schlichte Ordensmann geblieben, den man von früher her kennt“, sagt Pater Hugo Tewes. „Wir wünschen ihm, dass er noch viele Jahre dem Göttlichen Worte und der Kirche in Afrika dienen kann.“

Markus Frädrich

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Markus Frädrich

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