Papua-Neuguinea

46 Jahre im Dienst der Weltmission

15.10.2008

Michael Meier SVD arbeitet seit 46 Jahren in Papua Neuguinea. Am 19. Oktober 2008, dem Weltmissionssonntag, feiert der Steyler Missionar seinen 80. Geburtstag.

Michael Meier SVD arbeitet seit 46 Jahren in Papua Neuguinea. Am 19. Oktober 2008, dem Weltmissionssonntag, feiert der Steyler Missionar seinen 80. Geburtstag.
 
Papua-Neuguinea - Ursprünglich stammt Erzbischof Michael Meier aus Wolfshausen bei Regensburg. Schon als Kind lernt er die Arbeit der Steyler Missionare durch die Steyler Zeitschrift "stadtgottes" kennen. "Damals war für mich klar, dass ich bei den Steylern mitarbeiten wollte. Ich wollte in die Mission", erinnert sich der Missionar. 1950 beginnt der 22-jährige Abiturient sein Noviziat in Sankt Augustin und wird 1957 zusammen mit 18 weiteren Weihekandidaten zum Priester geweiht.


Dann wird es ernst, die Arbeit in der Mission rückt näher. "Ich wollte immer nach Papua Neuguinea. Und mein Wunsch ging in Erfüllung." 1962 kommt Michael Meier SVD auf Papua Neuguinea an, wo er noch von der 'Missionarslegende' P. Ross eingeführt wird. Er arbeitet als Lehrer für Kirchengeschichte in Port Moresby an der Südküste. Acht Jahre lang bleibt er dort. "Aber das tropische Klima machte mir sehr zu schaffen", erinnert sich der emeritierte Erzbischof. "Als Europäer hat man schwer mit der Hitze und Schwüle zu kämpfen. Die Hitze schädigte meine Gesundheit so stark, dass ich 1970 ins klimatisch bessere Hochland umsiedeln musste."


Dort beginnt Meier, sich um die Jugendlichen in der Diözese Mount Hagen zu kümmern. "Die Situation im Hochland war eine ganz andere als an der Küste", erklärt der Steyler Missionar. Es wird eine intensive Jugendarbeit gestartet. "Es war wichtig, den jungen Menschen Raum zu ihrer Entwicklung zu bieten. Und so begann der Bau eines Jugendzentrums, das genau das garantieren sollte." Neben der Jugendarbeit übernimmt P. Meier ab 1973 als Generalvikar auch pastorale Aufgaben.
 
1984 wird Pater Michael Meier SVD zum Amtsgehilfen, dem Koadjutor, des Erzbischofs ernannt – völlig überraschend, wie der Steyler findet. "Damit hatte ich gar nicht gerechnet", sagt er. 1987 folgt die Ernennung zum Erzbischof von Mount Hagen. "Mit meinem Amtsantritt begann, wenn man das so sagen kann, eine weitere Phase der Kirche in Mount Hagen", so der Steyler Missionar. Die Struktur und Verwaltung der Diözese verlangen ein neues Konzept, die einzelnen Aufgaben innerhalb der Gemeinden müssen verteilt werden. "Es war uns wichtig, dass nicht nur wir Kleriker mit der Kirchenarbeit zu tun hatten“, betont der Steyler Missionar. "Es wurden Basisgruppen gegründet, die auf allen Ebenen der kirchlichen Arbeit mitwirken." Zu den Aufgaben der Diözese gehören besonders die Förderung geistlicher Berufe, die Schulbildung, Krankenfürsorge und Betreuung der HIV- und AIDS-Patienten.


Die Zeiten waren nicht immer leicht. Zu Schwierigkeiten beim Aufbau der Gemeinde kommt 2004 eine schwere Krankheit, die eine Operation in Deutschland erforderlich macht. Es sieht nicht gut aus für Michael Meier, aber mit einem eisernen Willen und Gottvertrauen kann er nach einigen Monaten wieder als genesen gelten. Er möchte zunächst seinen Ruhestand in Deutschland verbringen. "Aber mein Herz hing zu sehr an meiner Gemeinde in Mount Hagen", gesteht der 80-Jährige. Deswegen kehrt er im Mai 2007 wieder in seine geliebte Diözese zurück.


Auch nach seiner Emeritierung 2006 denkt der Steyler Missionar noch lange nicht daran, sich in den verdienten Ruhestand zurückzuziehen. Dieses Engagement wird 2007 von höchster staatlicher Stelle anerkannt. Im März 2007 würdigt die Regierung von Papua Neuguinea seinen Dienst in der Katholischen Kirche und in der Gemeinde von Mount Hagen. Sie verleiht dem Steyler Missionar den Ehrentitel "Chief" – die zweithöchste Auszeichnung des Landes und die höchste Auszeichnung, die einem Ausländer verliehen werden kann.


Wenn er auf sein Leben in Papua Neuguinea zurückblickt, ergreift den Missionar ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit. "Ich danke Gott, dass er mich zu diesem meinem Lebensweg in der Weltmission berufen hat“, sagt der Steyler. "Doch auch meinen Angehörigen und der Steyler Ordensfamilie schulde ich tausend Dank für ihre Unterstützung durch Gebet und Spenden." Der emeritierte Erzbischof und Steyler Missionar ist bescheiden geblieben. Gerne will er seinen Lebensabend in Mount Hagen verbringen. Und trotz seiner 80 Jahre möchte der Steyler Missionar solange es geht in seiner Gemeinde mithelfen und nimmt seelsorgerische Aufgaben wahr. Den Kontakt zu Deutschland hält er aufrecht und berichtet regelmäßig von seiner Mitarbeit in der Pfarrei St. Paul. Was wünscht er sich für die Zukunft? "Ich hoffe, dass die Kirche von Mount Hagen hinhorcht auf die Führung Gottes für ihren weiteren Weg", sagt der 80-jährige. "Die Begeisterung der Menschen ist da."


Nina Pertagnol

 
 

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