Deutschland

Steyler Missionar ist neuer Leiter von Adveniat

06.03.2017

Stabwechsel beim Lateinamerika-Hilfswerk der deutschen Katholiken: Pater Michael Heinz SVD folgt auf Prälat Bernd Klaschka als Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Er war zuletzt Provinzial der Steyler Missionare in Bolivien.

Pater Michael Heinz SVD (links) folgt Prälat Bernd Klaschka als Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat nach. Foto: Mareille Landau, Adveniat
Pater Michael Heinz SVD (links) folgt Prälat Bernd Klaschka als Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat nach. Foto: Mareille Landau, Adveniat

„Adveniat setzt sich für eine Welt ein, die gerechter ist als bisher, in der Armut verringert und Ausgrenzung überwunden wird, in der die kulturelle Eigenständigkeit der indigenen Völker nicht länger missachtet wird.“ So hat Prälat Bernd Klaschka bei seiner Verabschiedung am 3. März 2017 in Essen den Auftrag des Lateinamerika-Hilfswerks der deutschen Katholiken beschrieben. Sein Dank gelte den großzügigen Spendern, den Mitarbeitenden Adveniats, aber auch den „Menschen in Lateinamerika und der Karibik, insbesondere den Armen, von denen ich viel für mein Leben gelernt habe“, so der scheidende Adveniat-Hauptgeschäftsführer. Nach dreizehn Jahren im Amt löst ihn nun Pater Heinz ab, der zwanzig Jahre als Steyler Missionar in Ecuador, Nicaragua und Bolivien gelebt und gearbeitet hat.

Pater Heinz betonte, dass er sich bei Adveniat bereits zu Hause fühle. „Ich mache mir keine Sorgen, denn ich setze mich in ein gemachtes Nest“, lobte er augenzwinkernd den Einsatz seines Vorgängers. Prälat Klaschka übergebe ihm ein gut aufgestelltes Lateinamerika-Hilfswerk. Zudem vermittelten ihm die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 13 Nationen in der Essener Geschäftsstelle ein Stück seiner Heimat Lateinamerika. „Da ist etwas von der Weltkirche zu spüren, die ich auch persönlich in den 20 Jahren meiner Einsätze in Ecuador, Nicaragua und Bolivien mit-leben durfte“, so der neue Adveniat-Hauptgeschäftsführer. Eins ist für ihn allerdings neu: „Jetzt, wo ich nicht mehr in der Ordensgemeinschaft lebe, habe ich zum ersten Mal eine eigene Wohnung.“

Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck, Adveniat-Hauptgeschäftsführer Prälat Bernd Klaschka, der neue Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz SVD, Kardinal Chibly Langlois von Les Cayes, Haiti, Bischof Marc Stenger von Troyes, Präsident Pax-Christi Frankreich, Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Achim Pohl, Adveniatzoom
Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck, Adveniat-Hauptgeschäftsführer Prälat Bernd Klaschka, der neue Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz SVD, Kardinal Chibly Langlois von Les Cayes, Haiti, Bischof Marc Stenger von Troyes, Präsident Pax-Christi Frankreich, Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Achim Pohl, Adveniat

Neben seinen vielfältigen Südamerika-Erfahrungen sieht Pater Heinz in dem gemeinsamen Verständnis von Pastoral eine wichtige Grundlage für seine neue Aufgabe bei Adveniat: „Mit den Steylern verfolgen wir den Ansatz einer ganzheitlichen Pastoral mit Bibelarbeit, missionarische Bewusstseinsbildung und dem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.“ 

Auch der Provinzial der Steyler Missionare on Deutschland Pater Martin Üffing stellte in seiner Rede das Verbindende in den Vordergrund: „Unser Ordenscharisma und das Leitbild von Adveniat passen gut zusammen. Auch uns geht es um nachhaltige Veränderungen von menschlichen Lebenssituationen. Im Blick auf die Möglichkeiten sich einzubringen, die Pater Heinz bei Adveniat haben wird, und in der großen Nähe unserer missionarischen Anliegen teilen wir ihn gerne“. Auch wenn die Steyler Missionare Pater Heinz im Orden vermissen werden, brauchte es keine Überredungskünste, sie zu überzeugen, ihren Ordensbruder für Adveniat freizustellen. Im Gegenteil: „Unser Generalsuperior in Rom und der damalige Provinzial haben mir das Angebot von Adveniat vermittelt und mich bestärkt, es anzunehmen“, so Pater Heinz.

Das Wirken von Adveniat und ihres langjährigen Hauptgeschäftsführers Prälat Klaschke wurde bei dem Festakt zum Stabwechsel gewürdigt. „Unsere Bischöfliche Aktion Adveniat steht für großen Respekt gegenüber den indigenen Völkern Lateinamerikas und der Karibik sowie deren Kulturen, sodass wir von Ihrer Art zu leben für unser eigenes Leben und Überleben lernen können“, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg. Adveniat, das sei Liebe zu den Menschen sowie der Kirche Lateinamerikas und der Karibik, das sei gelebte Solidarität mit den Armen und den jungen Menschen. Adveniat stehe gleichzeitig für Hoffnung auf Veränderung und Umkehr der Gesellschaft und der Kirche in Deutschland, sodass wir im Norden nicht weiter zu Lasten der Menschen im Süden lebten. „Diese Art Weltkirche und Solidarität zu leben, verdanken wir dem klaren, unerschrockenen, nachhaltigen Engagement von Prälat Bernd Klaschka“, betonte Erzbischof Schick im Essener Integrationshotel Franz.

Mit einem Pontifikalamt am 3. März 2017 im Dom zu Essen und einem festlichen Dank und Willkommensempfang wurde der Stabswechsel bei Adveniat gefeiert. Pater Michael Heinz SVD vom Orden der Steyler Missionare folgt Prälat Bernd Klaschka als Adveniat-Hauptgeschäftsführer. (Foto: Achim Pohl, Adveniat)zoom
Mit einem Pontifikalamt am 3. März 2017 im Dom zu Essen und einem festlichen Dank und Willkommensempfang wurde der Stabswechsel bei Adveniat gefeiert. Pater Michael Heinz SVD vom Orden der Steyler Missionare folgt Prälat Bernd Klaschka als Adveniat-Hauptgeschäftsführer. (Foto: Achim Pohl, Adveniat)

„Adveniat ist keine Einbahnstraße von Deutschland nach Lateinamerika und in die Karibik, sondern ein Weg des Gebens und Nehmens, des Lernens und gegenseitigen Verstehens. Diesen Auftrag hat Prälat Bernd Klaschka für fast dreizehn Jahre mit viel priesterlichen und menschlichem Engagement sowie Kompetenz und Kraft ausgefüllt“, sagte Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck zuvor in seiner Predigt im Gottesdienst zum Stabwechsel im Essener Dom.

Für Kardinal Rubén Dario Salazar Gómez, den Präsidenten des Rates der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik CELAM, ist das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat seit mehr als 50 Jahren „das konstante Zeugnis der Solidarität“ der deutschen Katholiken mit der lateinamerikanischen Kirche. „Noch immer leben Menschen in Elend und extremer Armut“, beschrieb der Kardinal von Bogotá die prekären sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Er dankte Adveniat für die liebevolle, umfassende und inspirierende Präsenz in Lateinamerika, die bis in die ärmsten und bedürftigsten Gegenden des Kontinents reiche. „Dank ihrer Hilfe können die Gemeinden selbst Prozesse einer ganzheitlichen Entwicklung und einen lebendigen Glauben aufbauen“, so Kardinal Salazar beim Stabwechsel des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat.

Stephan Neumann/Adveniat, Wolfgang Finke

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Melanie Pies-Kalkum

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