Italien

Steyler Missionare haben neuen Generalsuperior

04.07.2018

P. Paulus Budi Kleden SVD folgt Pater Heinz Kulüke SVD in seinem Amt als Leiter der internationalen Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare.

P. Paulus Budi Kleden SVD wurde am 4. Juli 2018 zum Generalsuperior der Steyler Missionare gewählt. (Foto: SVD)zoom
P. Paulus Budi Kleden SVD wurde am 4. Juli 2018 zum Generalsuperior der Steyler Missionare gewählt. (Foto: SVD)

Ausgebildet wurde er im österreichischen St. Gabriel. Vor 26 Jahren war er an der Gründung des Flüchtingshauses St. Gabriel beteiligt und arbeitete mehrere Jahre in österreichischen und Schweizer Pfarren. Seine Dissertation schrieb er in Freiburg im Breisgau, ursprünglich kommt er aus Indonesien.


Jeder Vierte der 6.000 Steyler Missionare weltweit kommt aus Indonesien, die meisten wirken jedoch in anderen Ländern und Kontinenten. So auch P. Paulus Budi Kleden SVD, der am 4. Juli 2018 vom 18. Generalkapitel der SVD (Societas Verbi Divini)/Steyler Missionare in Nemi bei Rom zum neuen Generalsuperior gewählt wurde. Er folgt damit dem deutschen P. Heinz Kulüke nach, der sich wieder ganz der Seelsorge bei den Ärmsten der Armen widmen möchte. Auch vor den sechs Jahren als Generalsuperior hatte P. Kulüke mit den am meisten benachteiligten Menschen in ohnehin armen Ländern gelebt.


Den weltweiten Horizont im Blick


P. Kleden war in den vergangenen sechs Jahren bereits als Generalrat eingesetzt. In dieser Funktion verbrachte er zwei Mal jährlich sechs Wochen in einer Provinz des Ordens, um durch die Besuche die Mitbrüder, ihre Arbeit und das Leben der Menschen in der Provinz kennenzulernen. Er ist also nicht nur Vertreter des größten SVD-Herkunftslandes weltweit, sondern bereits jetzt ein guter Kenner der weltweiten Tätigkeit des Ordens und vieler Mitbrüder. Unter anderem besuchte er in seiner Amtszeit die neu eröffnete Niederlassung der Steyler in Liberia. Der Ortsbischof hatte den Orden um Hilfe gebeten. Im Pfarrgebiet der Steyler Missionare liegt ein riesiges Flüchtlingslager, um das sich die Ordensmänner kümmern. Aber auch Südkorea besuchte der neue Generalsuperior jüngst, wo der Orden überlegt, wie er in der neuen Situation in Nordkorea wirken kann. Auf seinen Besuchen war es Pater Kleden wichtig, den Missionaren den weltweiten Horizont des Ordens zu eröffnen. „Die persönlichen Besuche helfen, die Zugehörigkeit und das Selbstbewusstsein der Ordensmitglieder zu stärken“, so Kleden. „Das gibt auch Motivation in ihrem Einsatz.“ Dafür wird Pater Kleden in den kommenden sechs Jahren als Generalsuperior zahlreiche Gelegenheiten haben.


Grenzen überwinden als Herzensanliegen


1988 bis 1993 studierte er in St. Gabriel/Maria Enzersdorf bei Wien. In diese Zeit fiel auch die Entscheidung der Studenten, ihren eigenen Wohntrakt für Flüchtlinge aus dem damaligen Bosnienkrieg frei zu geben und in kleinere Zimmer zu ziehen. „Das zählte für mich zu einer wichtigen Erfahrung in St. Gabriel“, so P. Kleden im Gespräch. Das damals gegründete Flüchtlingshaus gibt es bis heute, allerdings ist das von der Caritas geführte Haus zurzeit in Gefahr, weil eine Entscheidung des niederösterreichischen FPÖ-Landesrats Gottfried Waldhäusl ein Weiterführen unmöglich machen könnte. Als Diakon wirkte der neue SVD-Generalsuperior in Stadlau, in einer Pfarrei der Salesianer Don Boscos, wo er viel dazugelernt hat, wie er sagt. Überhaupt ist ihm das Grenzüberschreiten ein Herzensanliegen. Er geht gerne über Grenzen hinaus – über die Grenzen des Landes, aber auch der eigenen Ordensgemeinschaft. Während seiner Dissertationszeit in Freiburg im Breisgau – er schrieb über die Christologie von Johann Baptist Metz – lebte er bei Franziskanern mit. „Die Einfachheit und ihr Gemeinschaftsleben schätzte ich sehr“, erinnert sich Kleden, „und ich verlor dort mein Vorurteil, dass Menschen mit Ordenstracht konservativ sind.“ In Deutschland lebte P. Kleden von 1996 bis 2001. Zwischen 1993 und 1996 hatte er in der Pfarrseelsorge in Steinhausen und Auw in der Schweiz gewirkt. Er spricht also nicht nur perfekt Deutsch, sondern auch ein wenig Schweizerisch und ist somit ein guter Kenner der deutschen und der mitteleuropäischen Provinz der Steyler Missionare, zu der Schweiz, Frankreich, Österreich und Kroatien gehören.


Zuhören als missionarische Qualität


Bevor P. Paulus Budi Kleden 2012 zum Generalrat gewählt wurde und nach Rom übersiedelte, wirkte er elf Jahre lang als Theologie- und Philosophieprofessor und als Studienpräfekt in seiner Heimat Indonesien, im Seminar von Ledalero. Er spricht seine Muttersprache Lamaholot, die Amtssprache Indonesisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch. Geboren wurde er am 16. November 1965 in Waibalun, Diözese Larantuka, trat 1985 in die Societas Verbi Divini (SVD) als Novize ein und wurde 1993 in St. Gabriel zum Priester geweiht. „Mission“ heißt für den neu gewählten Generalsuperior wie für die SVD als Ordensgemeinschaft Einladung zum prophetischen Dialog. Die vier erstgenannten Dialogpartner sind: Arme, Angehörige anderer Religionen, Vertreter anderer Kulturen und Glaubens- und Orientierungssuchende. „Indem wir ihnen zuhören, denken wir selbst über unseren Glauben nach“, fasst es der neue Generalsuperior Paulus Budi Kleden zusammen.

Monika Slouk
 

Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
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