Bolivien

"Bewusstsein für die Ausgegrenzten schaffen"

10.07.2017

Pater N’Ghaba Beguem SVD ist seit einem Jahr Provinzial in Bolivien. Die Projekte weiterzuführen, ist ihm besonders wichtig – wie zum Beispiel das Projekt „Fassiv“, das sich für die Integration von Menschen mit Behinderungen einsetzt.

P. N'Ghaba Beguem SVD ist seit 2017 Provinzial der Steyler Ordensprovinz in Bolivien. (Foto: Melanie Pies-Kalkum, SVD)zoom
P. N'Ghaba Beguem SVD ist seit 2017 Provinzial der Steyler Ordensprovinz in Bolivien. (Foto: Melanie Pies-Kalkum, SVD)

Lange Jahre hatte P. Michael Heinz SVD die Leitung der Ordensprovinz der Steyler Missionare in Bolivien inne. Nun ist er der Hauptgeschäftsführer von Adveniat. P. N’Ghaba Beguem SVD aus Togo hat das Amt als Provinzial in Bolivien von ihm übernommen. „P. Heinz hat großes geleistet in Bolivien. Und meine größte Angst war es zu Beginn: Wie wird es jetzt ohne ihn bloß weitergehen?“, erinnert sich P. Beguem. Schnell war für ihn klar: Die Projekte müssen alle weitergeführt werden.

Die Steyler Missionare unterhalten in Bolivien unter anderem Schulen, Internate und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Während sich P. Beguem aktuell einen Überblick über alle Tätigkeitsbereiche der Steyler Provinz schafft, liegt ihm schon jetzt zum Beispiel das Projekt „Fassiv“ in San Ignacio sehr am Herzen. „Behinderte Menschen sind in Bolivien meist ausgeschlossen. Ausgeschlossen aus ihrer Familie, ausgeschlossen aus der Gesellschaft. Im Fassiv-Projekt helfen wir Steyler diesen Menschen, ihre Wege in ein normales Leben zu finden, indem sie zum Beispiel einen Beruf erlernen ganz nach ihren jeweiligen Möglichkeiten“, erzählt P. Beguem. Oft würden sich ihre Familien nicht um sie kümmern, sich sogar für sie schämen. „Deshalb ist es ein sehr notwendiges Projekt, weil es da um Menschen geht, die links liegen gelassen und nicht akzeptiert werden“, so der Steyler Missionar weiter. „Und dafür müssen wir in unserer Gesellschaft ein Bewusstsein entwickeln.“

Dazu wolle P. Beguem in Zukunft sowohl die lokale als auch die nationale Regierung in diese Thematik mit einbeziehen, um eine Kampagne zu beginnen. „Das Bewusstsein muss sich von Grund auf ändern. Eltern sollten jedes ihrer Kinder so akzeptieren, wie es ist. Denn auch behinderte Menschen haben die Möglichkeit, einen Job zu haben, mit dem sie ihr eigenes Brot verdienen und selbstständig werden können. Und dazu wollen wir Steyler ihnen verhelfen“, betont der Provinzial.


Und den Blick noch weitergerichtet: Für P. Beguem ist Bildung der Schlüssel zur Besserung der Lebensverhältnisse in ganz Bolivien: „Die Zukunft des Landes hängt davon ab. Die Gewalt in der Welt wird oft dadurch begründet, dass es einen Mangel an Bildung gibt. Und dagegen müssen wir in allen Bereichen vorgehen", erzählt er entschieden.

Melanie Pies
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Melanie Pies-Kalkum

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