Indien

Welt-Lepra-Tag

28.01.2018

Der letzte Sonntag im Januar macht aufmerksam auf die immer noch existierende Krankheit Lepra. Besonders in Indien ist sie weiterhin stark verbreitet. Der Mann der 45-jährigen Malati aus Indien ist an Lepra erkrankt. Zusammen mit ihm und ihren Kindern lebt Malati in einem Leprazentrum der Steyler Missionare.

Die 45-jährige Malati Behera ist blind und lebt zusammen mit ihrer Familie im Leprazentrum der Steyler Missionare im indischen Puri. (Foto: SVD)
Die 45-jährige Malati Behera ist blind und lebt zusammen mit ihrer Familie im Leprazentrum der Steyler Missionare im indischen Puri. (Foto: SVD)

Vor über 30 Jahren gründete der Steyler Missionar Pater Marian Zelazek SVD das Leprazentrum „Karunalaya Leprosy Care“ im indischen Puri. Bis heute bietet es 220 Familien einen sicheren Ort, in dem sie Zuflucht finden, Nahrung erhalten und medizinisch versorgt werden. Die Kinder erhalten Zugang zu Bildung, sodass sie eine Zukunftsperspektive haben.
Die 45-jährige Malati Behera lebt mit ihrer Familie im Lepra-Auffangzentrum der Steyler Missionare in Puri. Zum Welt-Lepra-Tag erzählt sie uns ihre Geschichte.

„Bereits in jungen Jahren verlor ich meinen Vater und musste mit meiner Mutter auf Baustellen arbeiten. Als ich mit 18 jedoch an Windpocken erkrankte, verlor ich mein Augenlicht. Blind wie ich war, konnte ich nicht mehr arbeiten gehen. Dann starb auch noch meine Mutter. Und meine drei bereits verheirateten Brüder kümmerten sich nicht um mich. Im Gegenteil: Sie missbrauchten und schlugen mich.

Deshalb verließ ich mein zuhause und reiste mit einigen Pilgern nach Puri. Dort lebte ich drei Jahre lang und bettelte zusammen mit den Straßenkindern. Am Eingang eines Tempels – wo ich regelmäßig bettelte – lernte ich meinen Mann kennen. Weil er leprakrank war, bettelte auch er dort. Sein linkes Bein war so schlimm befallen, dass es später amputiert werden musste. Zusammen mit ihm zog ich in das Auffanglager der Steyler Missionare für Leprakranke. Dort brachte ich auch nach einiger Zeit meine Tochter zur Welt.

Mit ihr zusammen fand ich vor neun Jahren einen ausgesetzten Säugling. Seine Lippen und die Nase waren gespalten. Ich nahm den Jungen an mich und sorgte fortan für ihn. Denn in meinen Augen ist er ein Geschenk Gottes. Weil der Säugling wegen der Verformung Probleme mit der Nahrungsaufnahme hatte, machte ich mich auf zu einem Krankenhaus, in dem das Gesicht des Jungen durch chirurgische Eingriffe behandelt wurde. Nun sieht er, Jaganath, aus wie ein normales Kind.

Jaganath ist mir zur Lebensaufgabe geworden. Ich will ihn bestmöglich unterstützen. Deshalb leben wir im Lepra Zentrum der Steyler Missionare. Mit ihrer Hilfe kann ich dem Jungen eine Zukunft ermöglichen. Der Ort ist unser neues zuhause geworden. Jaganath kann zur Schule gehen und somit später einen guten Beruf ausüben.“

Als Säugling hat Malati den heute neunjährigen Jaganath gefunden und ihn als ihren Sohn angenommen. (Foto: SVD)
Als Säugling hat Malati den heute neunjährigen Jaganath gefunden und ihn als ihren Sohn angenommen. (Foto: SVD)
Melanie Pies-Kalkum
 

Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
+49 (0) 2241 / 2576-438
presse@steyler-mission.de

 

Datenschutz  |  Kontakt  | Sitemap  |  Impressum  |  Suche