Deutschland

Weil jeder Kilometer zählt

23.04.2018

Die 25-jährige Stefanie ist zum ersten Mal in ihrem Leben einen Halbmarathon gelaufen – zugunsten der Steyler Missionare.

Stefanie (25) im Ziel des Bonner Halbmarathons. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
Stefanie (25) im Ziel des Bonner Halbmarathons. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
Allein von der Vorstellung, einmal 21 Kilometer am Stück zu laufen, wurde Stefanie früher ganz schlecht. Etwas Langweiligeres konnte sie sich kaum vorstellen. Und vor allem, wozu? Warum tun Menschen das freiwillig?

Es ist Sonntagmorgen. Die Sonne scheint. Der Frühling liegt in der Luft. Im Zentrum der rheinischen Stadt Bonn ist der Jubel hunderter Menschen zu hören. Er gilt denen, die gerade um die letzte Kurve laufen, das alte Rathaus vor sich – auf der Zielgeraden ihres Halbmarathons. Das erste Mal unter ihnen: Stefanie.
Man sieht ihr die Anspannung an, die langsam von ihr abfällt, als das Ziel nur noch wenige Meter entfernt ist. Noch einmal gibt sie Gas. Konzentriert sich auf ihre Beine, ihre Arme, ihre Atmung. Der Jubel der Menge treibt sie voran und dann – dann ist es geschafft. 21 Kilometer liegen hinter ihr – in 2 Stunden und 8 Minuten. „Ich kann es selbst noch kaum glauben“, strahlt die 25-jährige. „Zwischendurch, nach dem 13. Kilometer, dachte ich, das pack‘ ich nicht. Ich hör auf. Schluss, aus, Ende.“ Aber sie ist weitergelaufen.

Von ihrem Freund zur Teilnahme überredet, war der Eventmanagerin von vornherein klar, dass sie einen Sinn „hinter dem ganzen Gelaufe“ brauchte. Warum sollte sie das freiwillig auf sich nehmen? Sie suchte etwas, das sie antrieb, das sie motivierte, es wirklich zu schaffen und über ihre Grenzen zu gehen. Und zwar nicht nur das eigene Ego. Ihre Suche fand ein Ende, als sie sich die verschiedenen Hilfsprojekte der Steyler Missionare ansah. „Da war mir klar. Ich kann mit meinem Laufen Menschen auf der Welt unterstützen, die meine Hilfe dringend brauchen.“ Gesagt getan.

Stefanie (Mitte mit pinkem Shirt) hat gekämpft bis zum Schluss. 21 Kilometer ging es durch Bonn. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
Stefanie (Mitte mit pinkem Shirt) hat gekämpft bis zum Schluss. 21 Kilometer ging es durch Bonn. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)

Binnen weniger Stunden zog Stefanie 26 Sponsoren aus ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis an Land, die ihr pro gelaufenem Kilometer zwischen 50 Cent und 3 Euro Spende zusicherten. Und zwar für das Steyler Projekt ORPER im Kongo, wo sich die Missionare für Straßenkinder einsetzen. Jetzt hatte Stefanie die richtige Motivation. „Als ich an dem Punkt ankam, wo immer noch 4 Kilometer vor mir lagen, die Sonne so warm und meine Kraft am Ende war, kamen mir wirklich die Straßenkinder in den Sinn und dass ich ihnen mit jedem Cent helfen konnte. Also dachte ich immer wieder daran ‚Du schaffst das! Du läufst für die Kinder. Du schaffst das!‘ Und dann war ich tatsächlich irgendwann im Ziel!“ Ein unvergessliches und aufregendes Erlebnis für die Hamburgerin, die als Kind so gar nichts mit Spazieren oder Laufen anfangen konnte. Und jetzt? „Jetzt brauche ich erstmal eine Pause. Ob ich nochmal mitmache, weiß ich nicht. Ausgeschlossen ist es nicht. Mal sehen, wer mich das nächste Mal überredet!“, lacht sie.

Melanie Pies-Kalkum
 

Melanie Pies-Kalkum

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