Brasilien

Ein Missionar von Geburt an

13.11.2017

Bereits seit über 40 Jahren lebt und arbeitet Pater Alexander Otten SVD nun schon als Steyler Missionar in Brasilien. Schon mit drei Jahren antwortete er auf die Frage, was er denn später einmal werden wolle, mit „Pastor“. Nun ist er Pfarrer einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Sao Paulo.

Von klein auf kam für den Brasilienmissionar Pater Alexander Otten SVD nur ein Beruf in Frage: er wollte Pastor werden. Nun ist er bereits seit sehr langer Zeit in Südamerika als Gemeindepfarrer tätig. P. Otten wuchs mit seiner Familie in einem keine Dorf in der Nähe von Steyl auf. Nach der Grundschule besuchte er dort mit mehreren anderen Jungen aus seiner Gegend das Klostergymnasium. Sein Abitur erreichete er schließlich nach 8,5 Jahren und entschied sich, nach Sankt Augustin zu gehen, um dort Theologie zu studieren. Mit der Zeit merkte er, dass er immer weniger altbekannte Gesichter um sich hatte, vor allem als er ins Noviziat eintrat. Von den ursprünglich 140 Jungen, waren nach ein bis zwei Jahren nur noch 40 übrig geblieben.

In seinem Freisemester ging P. Otten nach München und studierte dort an einer Universität weiter. Nach einiger Zeit kam jedoch sein Präfekt und bat ihn, wieder nach Sankt Augustin zurück zu kommen. Hier absolvierte er schließlich auch seine Abschlussprüfungen. „Als ich gefragt wurde, wohin ich nun gehen wolle, dachte ich an meinen Präfekten in Steyl. Er hatte mir damals den Lehrerberuf vorgeschlagen. Deshalb antwortete ich, dass ich gerne in Sankt Augustin an der Hochschule lehren würde“, berichtet P. Otten. Leider gab es bereits sehr viele Professoren dort, sodass er eine Zweitwahl treffen musste. Also entschied er sich für die Philippinen, wo sein damaliger Präfekt im Einsatz war. Doch auch das war nicht möglich. So landete P. Otten schließlich in Brasilien, um Vorlesungen zu geben.

P. Alexander Otten zeigt, wo er lebt. (Foto: SVD)zoom
P. Alexander Otten zeigt, wo er lebt. (Foto: SVD)

40 Jahre lehrte er dort Studenten. Dabei war es ihm immer wichtig, den Glauben der Menschen Vorort zu verstehen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Aus diesem Grund ging P. Otten oft in die Pfarreien des einfachen Volkes.

Vor einigen Jahren schließlich gab er seinen normalen Vorlesungsalltag auf und widmete sich Vorlesungen für Laien und einem Masterstudienprogramm. Als diese aufgrund von zu geringen Teilnehmerzahlen beendet wurden, startete er Bibelkurse. Hier konnte er auch seine ganz eigenen Ansichten der Theologie miteinbeziehen: Zum Beispiel, wie der christliche Glaube das eigene Leben  gestalten kann, oder dass die Religion auf Begegnungen fußt.

In seinen Gemeinden ist P. Otten oft eher ein Ratgeber als wirklich ein Pfarrer. "Bei meinen häufigen Besuchen in der Pfarrei wurde mir klar: Je mehr man den Kontakt zu den Menschen Vorort sucht, desto mehr wird man in ihr Leben miteinbezogen", berichtet er. So bekam er bereits sehr schwere Schicksale zu sehen und betete für sie. "Beim Anblick dieser Probleme hatte ich zunächst große Schwierigkeiten, sie mit meinem Glauben zu vereinbaren. Ich musste lernen zu glauben und zu vertrauen. Dann habe ich mir immer gesagt: Gott will diese Schicksale so.“ Trotz des vielen Leids ist P. Otten der Meinung, von den Einheimischen gelernt zu haben zu leben. „Sie sind immer fröhlich und feiern, obwohl sie zu wenig Geld und kaum genug Nahrung haben.“ Das liege an ihrem unerschütterlichen Glauben, ist er überzeugt. Und den erfährt er immer wieder in der Begegnung mit den Menschen: „Einer der Dorfbewohner hat mal hinter meinem Rücken gefragt: 'Kann der heilen?'. Darauf antwortete ein anderer: 'Nein, Gott tut das durch den!'".

Erfahrungen wie diese sind der Grund, warum P. Otten Brasilien nicht mehr verlassen möchte: "Ich habe meine ganzen Lebensbeziehungen hier. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich so lange es geht bleiben."

Miriam Heppekausen
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Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
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