Myanmar

Ein neues Land - eine neue Herausforderung

30.06.2018

In Myanmar bauen die Steyler Missionare eine neue Missionsstation auf, um die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Sozialleistungen beziehen und das Recht haben zu wählen? In Myanmar ist das keine Selbstverständlichkeit. Rund 36 % der Bevölkerung gehören einer der vielen religiösen und ethnischen Minderheiten im Land an, die es nicht leicht haben. Für sie setzen sich die Steyler Missionare nun tatkräftig ein. Wie sie dort Fuß fassen und ihre Arbeit beginnen, erzählt der australische Provinzial Pater Henry Adler SVD im Interview.

In einer Pfarrei der Gemeinde Hmawbi, Rangun, geben die Steyler Nachhilfe im Fach Englisch. (Foto: SVD)zoom
In einer Pfarrei der Gemeinde Hmawbi, Rangun, geben die Steyler Nachhilfe im Fach Englisch. (Foto: SVD)

Wie kommt es zu einer solchen Entscheidung, eine in einem neuen Land eine Missionsstation aufzubauen?

Wir sind schon seit 15 Jahren in Thailand tätig. Nun wollen wir uns weiter ausbreiten, denn gerade in einem Land wie Myanmar sollten die Steyler mehr vertreten sein. Zu unserer Freude hat uns der Bischof von Rangun, der Hauptstadt Myanmars eingeladen, um uns dort der Menschen anzunehmen.

Mit welchen Schwierigkeiten müssen Sie sich auseinandersetzen?

Die politische Situation ist hier sehr instabil. Daher gibt es viele Probleme mit den verschiedenen Minderheiten wie den Muslimen oder den Karen. Auch die christliche Bevölkerung ist mit 6,2 % eine Minderheit, sie fühlt sich unterdrückt und hat keine Möglichkeit sich zu entwickeln. Die ganzen Minderheiten haben weniger Rechte als die buddhistische und burmesische Mehrheit. Sie dürfen zum Beispiel nicht wählen und erhalten keine sozialen Leistungen. Am schlimmsten geht es den Rohingyas, das sind größtenteils sunnitische Muslime. Sie werden aus dem Land vertrieben und haben keine Staatsangehörigkeit. Wir als Kirche und Institution glauben, dass wir dort helfen können, vor allem im Bereich des interreligiösen Dialogs.

Der Gemeinderat von Hmawbi hat die Steyler Missionare herzlich begrüßt. (Foto: SVD)zoom
Der Gemeinderat von Hmawbi hat die Steyler Missionare herzlich begrüßt. (Foto: SVD)

Bei einer so schwierigen Situation: Wie wurden Sie empfangen?

Die Leute hier haben uns sehr herzlich willkommen geheißen. Da wir die burmesische Sprache noch nicht beherrschen, fühlen wir uns vorerst noch etwas fremd. Wir befinden uns noch in den Vorbereitungen und sind ambitioniert, die Sprache zu lernen. Das ist sehr wichtig, um sich mit den Leuten auf Augenhöhe zu verständigen.

Die Missionsstation der Steyler wird ein Pfarrhaus der Diözese Rangun sein. Wie sieht die aktuelle Lage dort aus?

Vor einem Monat wurde alles fertig gestellt und das Haus ist renoviert. Jetzt müssen nur noch ein paar Kleinigkeiten erledigt werden. Die SVD-Kommunität lebt im ersten Stock. Im zweiten Stock sollen bald Räume für pastorale Arbeit entstehen. Für die nächsten Jahre werden insgesamt drei Steyler dort leben und arbeiten. Dabei sind ein Vietnamese aus Argentinien, ein polnischer Steyler, der für 10 Jahre in Kenia gearbeitet hat und ein Inder von den Philippinen. In den verschiedenen Ländern haben die Patres bereits viele Erfahrungen sammeln können, mit denen sie nun für das neue Land gerüstet sind.

SVD Haus in Hmawbi, Myanmar (Foto: SVD)zoom
SVD Haus in Hmawbi, Myanmar (Foto: SVD)

Sie sprachen vorhin über Räume für pastorale Arbeit. Was sind die Ziele und Vorhaben, die Sie in Myanmar umsetzen wollen?

Wir sind in einem kleinen Ort, in der Nähe von Rangun tätig. Dort entwickeln wir ein biblisches Apostolat, wo die Menschen neue Zugänge zur Bibel finden und den Glauben näher kennenlernen sollen. Außerdem werden wir auch im interreligiösen Dialog zwischen den verschiedenen Religionen tätig sein. Nicht weit von unserem Haus ist ein buddhistischer Tempel, mit dem wir auch schon Kontakt geknüpft haben. Einer der Missionare, Pater Deva, ist ein Tamil. In Rangun gibt es eine Pfarrei, in der 90 % Tamilen und Inder leben. Sobald er die burmesische Sprache gelernt hat, wird er auch dort pastoral tätig sein. Wir hoffen, dass wir in Zukunft auch von Bischöfen anderer Diözesen eingeladen werden und dort unsere Arbeit im biblischen Apostolat erweitern können.

 
 
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Rebekka Princen/Fotos: SVD
 

Melanie Pies-Kalkum

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