Dominik Kißler klickt durch seine E-Mails. Pater German Mehler hat geschrieben. Es geht um die Gaumenspalten-OPs. Bereits seit vielen Jahren engagiert sich der Steyler Missionar auf den Philippinen für Kinder, die mit einer Lippen- oder Gaumenspalte geboren werden. In Manila hat er einen Chirurgen ausfindig gemacht, der die Kinder operiert. Kostenlos. Trotzdem braucht Pater Mehler Geld. Geld für die Vitaminpräparate, die die Kinder zur Vorbereitung auf die OP nehmen müssen. Geld für ihren kurzen Krankenhausaufenthalt. Und Geld für die Reise der Kinder nach Manila und zurück. Insgesamt benötigt Pater Mehler 150 Euro pro Kind.
Hier beginnt die Arbeit der Projektabteilung der Steyler Mission. Abteilungsleiter Dominik Kißler prüft das Anliegen des Missionars – nicht selten mit Hilfe von Fachleuten – und geht anschließend auf die Suche nach Wohltätern, Hilfswerken und Stiftungen, die als Financiers in Frage kommen könnten. Ist ein Geldgeber gefunden, stellen Kissler und sein Team Kontakt her – und begleiten die Projektmaßnahme bis zu ihrem Abschluss.
Pater Mehler und sein Engagement für Kinder mit Gaumenspalten: Nur eines von 600 bis 800 Projekten, die Kißler und seine Kollegen im Jahr bearbeiten. Missionare aus aller Welt bitten die Missionsprokur in Sankt Augustin um finanzielle Mittel für den Bau einer Werkstatt oder Bewässerungsanlage, für die Anschaffung von Schubkarren und Schulbüchern, für den Betrieb einer Suppenküche oder die Installation eines neuen Stromgenerators – die Schränke der Projektabteilung bersten vor lauter prall gefüllten Aktenordnern mit Anträgen, Bildern und Korrespondenz. "Wir achten darauf, dass die Projekte umsetzbar und vor Ort im Dialog mit der Bevölkerung entwickelt worden sind, die auch eine Eigenleistung erbringen muss", sagt Kißler. "Wir wollen nicht nach dem Gießkannenprinzip helfen, sondern unterstützen vor allem Initiativen, die nachhaltig wirken und als Hilfe zur Selbsthilfe dienen." Nur bei Notfällen und Katastrophen macht die Projektabteilung eine Ausnahme. Dann geht es um die schnelle Erstversorgung der betroffenen Bevölkerung.
In der Regel dauert es um einiges länger, bis ein Hilfsprojekt realisiert werden kann. "Denn weil die Missionare in den entferntesten Winkeln der Erde arbeiten, ist die Kommunikation mit ihnen oft schwierig", sagt Kißler. "Faxe und Mails kommen nicht an, Post geht verloren und bei Rückfragen müssen wir uns oft wochenlang gedulden, bis eine Antwort eintrifft." Kißler und seine Kollegen sind in dieser Zeit nicht untätig, kümmern sich neben der Projektverwaltung unter anderem um die 2003 ins Leben gerufene Arnold-Janssen-Stiftung. Außerdem um jene Wohltäter, die die Arbeit der Steyler Missionare mit einer Schenkung oder über ihren Tod hinaus nachhaltig unterstützen möchten.
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