„Mit ihm will ich durchhalten“

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Schweißtuch der Veronika (Kolzem 1912)

Im Jahre 1912 malte der Steyler Künstler Br. Lucas Kolzem das Bild „Schweißtuch der Veronika“. Er berief sich auf die christliche Überlieferung, der zufolge eine Frau namens Veronika am Wegrand nach Golgota Jesus ein Tuch reichte, um Schweiß und Blut von seinem Gesicht abzuwischen. Diese Geste des Mitfühlens und Mitleidens ging als eine Station des Kreuzweges in die christliche Volksfrömmigkeit ein. Br. Lucas erlebte im Laufe seines eigenen Lebens, wie schnell Menschen auf Kreuzwege geraten können. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges musste er Steyl eine Zeitlang verlassen. Er kam bei seiner Familie in Bad Godesberg unter. Das Bild mit dem Schweißtuch der Veronika hatte er im Gepäck. Die letzten 100 Tage des Krieges verbrachte er in den feuchten Klosterkellern von Steyl. Geschwächt von den Strapazen und seinem Alter starb er eine Woche vor Kriegsende. Aus seinen letzten Lebenstagen wurde dieser Gedanke von ihm überliefert: „O, was hat der Heiland doch leiden müssen am Kreuz; da war alles wund an ihm und wenn er sein Haupt zur Ruhe gegen das Kreuz lehnte, da stachen die Dornen ins Haupt … Mit ihm will ich durchhalten.“

Die diesjährige Karwoche begann am Palmsonntag mit zwei Anschlägen auf koptische Christen in Ägypten. Dutzende verloren ihr Leben oder wurden verletzt. Der Kreuzweg Jesu geht weiter. Angesichts der Leiden dieser Welt verlangt es ein großes Herz, um mitzufühlen und mitzuleiden, und viel Kraft, um durchzuhalten. Und viel Glaube und Hoffnung, um hinter den vielen dunklen Wolken die Ostersonne zu erahnen.

Manfred Krause SVD

 
 

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