Gedanken zur Karnevalzeit

Die Freude wird in diesen närrischen Tagen wieder groß geschrieben. Endlich können wir aus vollem Herzen lachen, zusammen mit anderen in fröhlicher Runde so richtig feiern. All das lässt sich auch auf den einfachen Nenner vom „Spaß an der Freude" bringen. Davon werden Sie hoffentlich bis zum Rosenmontag noch viel haben.

Gleichwohl wissen wir, dass dies eine vergängliche Freude ist, die unsere Sehnsucht nach der wahren Freude nur verdecken, nicht aber erfüllen kann. Gibt es sie überhaupt? Zweifel sind durchaus angebracht, weil die Freude immer wieder schnell von Trauer und Enttäuschung abgelöst wird.

Deshalb klingt auch das Wort des Psalmisten (16,11) fremd in unseren Ohren: „Vor Dir, o Gott, ist Freude in Fülle." Denn wir können es kaum glauben, dass ausgerechnet Gott mit „Freude“ in Verbindung gebracht wird. Manche Predigt bringt ihn mehr mit Ernsthaftigkeit und Strenge in Verbindung als mit Freude. Und hat nicht Friedrich Nietzsche gemeint, die Erlösten müssten doch erlöster aussehen?
Ausgerechnet vor Gott also ist „Freude in Fülle"? In der Tat, das ist so. Wer sich einmal die Mühe macht, ein Stichwortverzeichnis für die Bibel aufzuschlagen, wird überrascht sein, wie oft das Wort „Freude“ darin auftaucht.

Das kommt nicht von ungefähr. Denn Gott ist kein Gott der Verbote, sondern ein Gott, der uns an seiner unendlich großen Freude teilhaben lassen will. Freilich ist das nur möglich, wenn wir uns an ihm und seinen Geboten orientieren, deren eigentlicher Sinn es ist: uns vor dem Abdriften vom rechten Weg zu bewahren. Vor Gott ist „Freude in Fülle“, wenn wir uns nur an ihn halten. Es ist die Freude, die wir wirklich zum Leben brauchen und die ans am Leben hält. Vielleicht denken wir gerade in diesen Tagen auch einmal darüber nach, damit die Freude wirklich zu ihrem Recht kommt.

Pater Helmut Thometzki SVD

 
 

Startseite  |  Kontakt  | Sitemap  |  Impressum  |  Suche