14.10.2011
Um armen Menschen ein menschwürdiges Älterwerden zu bieten, planen die Steyler Missionare den Bau eines Altersheimes in Mumbai. Die Einrichtung soll auf bisher ungenutztem Land auf dem Campus des Priesterseminares der SVD-Ordensgemeinschaft in Kirem realisiert werden.
Mumbai, bis 1996 Bombay, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra in Indien und die wichtigste Hafenstadt des Subkontinents. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum Indiens und ein wichtiger Knotenpunkt. Mumbai ist mit 13,9 Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Die Kehrseite der Erfolgsgeschichte ist allerdings die hier herrschende Armut. Ein ungelöstes Problem ist die Bildung von Slums, die nach wie vor in zahlreichen Stadtvierteln existieren. Mehr als die Hälfte der Einwohner Mumbais lebt in diesen Siedlungen ohne Wasseranschluss und Kanalisation. Eine staatliche Krankenversicherung gibt es in Indien nicht und auch die Altersvorsorge obliegt jedem selbst. Die wenigsten Bewohner Mumbais können sich für den Lebensabend privat absichern.
Dieses Problem wird dann im Alter deutlich dringender, wenn die älteren Menschen sich entweder nicht mehr alleine versorgen können oder sogar medizinischer Pflege bedürfen. Hinzu kommt, dass die Anzahl der älteren Menschen, die nicht mehr in den traditionellen Familienstrukturen aufgefangen werden, stetig steigt.
Um armen Menschen ein menschwürdiges Älterwerden zu bieten, planen wir den Bau eines Altersheimes, das in seiner Art das Erste seiner Art in Mumbai wäre. Die Einrichtung könnte auf bisher ungenutztem Land auf dem Campus des Priesterseminares der SVD-Ordensgemeinschaft in Kirem realisiert werden. Insgesamt stehen uns rund 17 Acre als Bauland zur Verfügung. Damit wäre ausreichend Platz für das Hauptgebäude und einen angrenzenden Gemüsegarten.
Wegen des notwendigen Pflegepersonals werden wir mit den Bethanienschwestern zusammenarbeiten, die in der Nähe bereits erfolgreich ein Hospital betreiben, an das eine Schule für Krankenschwestern angegliedert ist. Die Schwestern würden hier sehr gerne Verantwortung übernehmen und sich aktiv an unserem Projekt beteiligen. Denn unsere Einrichtung würde unter anderem die Möglichkeit bieten, die Krankenschwestern gezielt im Bereich der Altenpflege zu schulen. Altenpflege wird auch bei den Schwestern als immer wichtiger werdendes Thema begriffen.
Die seelsorgerische Betreuung wird durch unsere Priesteranwärter sichergestellt. In unserem Seminar bereiten sich derzeit rund 20 junge Männer auf den Priesterberuf vor. Durch die räumliche Nähe zum Seminar ist gewährleistet, dass die Bewohner ausreichend soziale Kontakte hätten, die für ältere Menschen so wichtig sind.
Wir möchten aber auch die alten Menschen und ihre Familien integrieren. Viele der einfachen Arbeiten, etwa das Schälen, Putzen und Schneiden von Gemüse oder das Zubereiten von Mahlzeiten, aber auch andere einfache Tätigkeiten, die beim Betrieb eines Pflegeheimes anfallen, könnten von den Bewohnern übernommen werden. Deren Angehörige würden ebenfalls und vor allem im Gemüsegarten mithelfen, wo ein Großteil der Lebensmittel angebaut werden soll. Sie würden aber auch – entsprechend ihren eigenen finanziellen Möglichkeiten – einen finanziellen Beitrag leisten, wobei wir planen, nach dem jeweiligen Einkommen gestaffelte Beiträge zu erheben und auf Beiträge ganz zu verzichten, wenn die Angehörigen aus finanziellen Gründen keinen finanziellen Beitrag leisten können.
In der ersten Stufe planen wir die Errichtung einer voll funktionsfähigen Einrichtung für 20 Pflegebedürftige. Die Baukosten für die erste Baustufe betragen rund 60.000 Euro. Für die erste Baustufe steht eine Eigenleistung der Menschen vor Ort in Höhe von 12.000 Euro zur Verfügung, so dass wir noch weitere 48.000 Euro benötigen, um das Projekt durchführen zu können.
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